Zinspolitik: Pensionspläne einzelner Unternehmen könnten überfinanziert sein

Die Pensionsverpflichtungen der 40 Dax-Untern ehmen sind 2021 laut Mercer auf rund 400 Mrd. Euro gesunken. Quelle: Deutsche Börse

Die Anhebung des Leitzinses durch die Notenbanken wirkt sich auch auf die Pensionsverpflichtungen der Dax- und MDax-Unternehmen aus. So stieg der Ausfinanzierungsgrad auf ein neues Rekordhoch von 86,0 Prozent im Dax (plus 13,7 Prozent) und 77,5 Prozent im MDax (plus 12,4 Prozent).

Allerdings sind die Pensionsverpflichtungen laut einer aktuellen Analyse von WTW in den Bilanzen auf rund 294,5 Mrd. Euro (minus 28,6 Prozent) im Dax und rund 57,6 Mrd. Euro (minus 28,6 Prozent) im MDax gesunken. Zudem stehen einige Unternehmen, die traditionell hohe Pensionsvermögen aufgebaut haben, nun möglicherweise vor der Situation, dass die für die Pensionszahlungen bereitgestellten Vermögenswerte den Umfang der Pensionsverpflichtungen übersteigen.

„Aktuell könnten die Pensionspläne einzelner Unternehmen sogar überfinanziert sein. Unternehmen sollten dies genau im Blick behalten. Angesichts der volatilen Kapitalmärkte und der geopolitischen Unsicherheiten wäre schneller Aktionismus jetzt aber verfrüht“, berichtet Johannes Heiniz, Leiter General Consulting Retirement bei WTW.

Zudem dürfte sich nach den Berechnungen von WTW auch die Inflation auf die Pensionsverpflichtungen auswirken. „Pensionsansprüche werden erst in der Zukunft und über einen längeren Zeitraum ausgezahlt. Hier wird die aktuelle Inflation zwar berücksichtigt, aber in der langjährigen Perspektive schlagen die aktuell hohen Werte weniger stark zu Buche“, erläutert Heiniz.

Autor: VW-Redaktion

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