Mexiko verklagt US-Waffenhersteller in Milliardenhöhe

Nach Schätzungen gehen jedes Jahr 200.000 Waffen von den USA nach Mexiko. Bild von Clker-Free-Vector-Images auf Pixabay.

Spätestens seit Donald Trumps Präsidentschaft ist das Verhältnis zwischen den USA und Mexiko angespannt. Der Stein des Anstoßes ist die Grenzpolitik- bzw. der Grenzverkehr zwischen den Ländern. Eine aktuelle Milliarden-Klage der mexikanischen Regierung gegen mehrere US-amerikanische Waffenhersteller wird wenig zur Entspannung beitragen.

Der Grenzverkehr zwischen Mexiko und den USA ist komplex und vielschichtig. Teilweise ist er auch illegal, denn mexikanische Kartelle schmuggeln Drogen in den Absatzmarkt USA und importieren im Gegenzug Waffen, die sie für ihre verbrecherischen Tätigkeiten einsetzen. Beides ist illegal aber bisher offenbar nicht zu unterbinden. Die mexikanische Regierung hat nun einen weiteren Schritt zur waffentechnischen Austrocknung der Kartelle unternommen und „mehrere Waffenhersteller“ in den USA verklagt.

Diese würden „rücksichtslose Geschäftspraktiken“ anwenden und mit einer „Flut“ an Waffen mexikanische Kartelle unterstützen. Das hätte zu Tausenden von Toten geführt, weswegen ein Schadenersatz von zehn Milliarden US-Dollar gefordert wird. Der Klage erfreuen dürfen sich Smith & Wesson, Barrett Firearms, Colt’s Manufacturing Company, Glock Inc., Sturm, Ruger & Co. Die Unternehmen wüssten, was ihre Geschäftspraktiken anrichten, heißt es laut Reuters in der Klageschrift. Von der Hand zu weisen ist der Vorwurf nicht, trotz Corona kam es in Mexiko im Jahr 2020 zu 34.515 Morden. Das sind 133 weniger als ein Jahr zuvor aber noch fast hundert am Tag – Amerika selbst erlebte 2020 den „worst single-year increase in murders on record„. Mexiko ist als Land mitunter ein gefährlicher Platz, einige der gefährlichsten Städte der Welt befinden sich in Mexiko, wie im Fall von Tijuana und Ciudad Juárez in Steinwurfweite zur amerikanischen Grenze.

Kein Fake

Die mexikanische Regierung meint es ernst. „Die (amerikanischen) Unternehmen sollen die mexikanische Regierung für den Schaden entschädigen, den ihre fahrlässigen Praktiken angerichtet haben“, erklärt der Außenminister des Landes, Marcelo Ebrard, in einer News Conference.

Die Waffenhersteller haben sich bisher nicht geäußert, allerdings die National Shooting Sports Foundation Inc (NSSF). Mexiko sei selbst schuld an der zügellosen Gewalt und Korruption im Land, erklärt NSSF Senior Vice President Lawrence G. Keane. „Die eingesetzten Waffen würden von den Kartellen illegal nach Mexiko gebracht oder von mexikanischen Staatseinheiten gestohlen“, erklärt er.

Es ist unklar, wie viele Waffen pro Jahr den Weg von den USA nach Mexiko finden. Einige Quellen sprechen von 200.000 pro Jahr, andere von Millionen – schwere Waffen wie Raketen- oder Granatwerfer inklusive. Die Klage wird die Waffenhersteller unruhig schlafen lassen, denn US-Gerichte scheuen vor gewaltigen Klagen mit riesigem Ausmaß nicht zurück. Smith & Wesson und Co. können dafür gerne einmal bei der ansässigen Pharmabranche nachfragen.

Autor: VW-Redaktion

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