Weiterbildung im Innendienst: 20,4 Stunden und 2.051 Euro an Kosten pro Mitarbeiter

Quelle: mohamed hassan / Pixabay

In der Versicherungswirtschaft bieten alle Unternehmen ihren Mitarbeitern im Innendienst die Möglichkeit, sich weiterzubilden. Die Weiterbildungsbeteiligung liegt im Jahr 2019 bei 100 Prozent. Damit liegt die Weiterbildungsaktivität erneut deutlich über dem Gesamtdurchschnitt aller Unternehmen von 87,9 Prozent. Indes sinken der Umfang der Stunden sowie die Gesamtkosten für Versicherer.

Alle drei Jahre befragt das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Unternehmen zu deren Weiterbildungsaktivitäten, Motiven und Hemmnissen sowie zum Investitionsvolumen in betriebliche Weiterbildung. Die vorliegende zehnte IW-Weiterbildungserhebung erfolgte erneut als Online-Befragung.

Zwischen Ende April und Mitte August wurden etwa 30.000 Unternehmen mit mindestens einem Mitarbeiter per E-Mail um ihre Teilnahme gebeten. Insgesamt haben sich 1.340 Unternehmen an der Befragung beteiligt. In den befragten Unternehmen waren Ende 2019 insgesamt 759.499 Beschäftigte inklusive Auszubildende oder knapp 2,3 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland tätig. Obwohl die Befragung in die Zeit kurz nach dem ersten Corona-bedingten Lockdown fiel, konnte eine ausreichende Anzahl an Unternehmen gewonnen werden, um belastbare Aussagen für die Gesamtwirtschaft treffen zu können.

Umfang der Stunden sinkt im drei Jahres-Zeitraum

Neben der hohen Weiterbildungsaktivität steht die Versicherungswirtschaft auch hinsichtlich des Umfangs der Weiterbildung gut da: Mit 20,4 Stunden pro Mitarbeiter im Jahr 2019 liegt sie etwa zehn Prozent über dem Durchschnitt aller Unternehmen von 18,3 Stunden. Im Vergleich der Jahre 2016 und 2019 ist bei den Versicherern dennoch ein Rückgang im Stundenumfang zu verzeichnen. Das liegt zum einen am Rückgang der Lehrveranstaltungen, zum anderen könnte es daran liegen, dass mehr Ressourcen für die Weiterbildung des Außendienst verwendet wird.

In Unternehmen der Versicherungsbranche findet mit 93,3 Prozent ein über durchschnittlich hoher Anteil der Weiterbild während der Arbeitszeit statt. Damit übernehmen die Arbeitgeber einen großen Teil der Weiterbildungsausgaben. Die Befragung zeigt, dass 82,8 Prozent der Versicherer die Aufteilung der Kosten zwischen Unternehmen und Mitarbeitern in ihrem Haus für angemessen halten. 2019 haben die Versicherer pro Mitarbeiter 2.051 Euro investiert. Dieser Wert liegt deutlich über dem Wert in der Gesamtwirtschaft (1.236 Euro) und auch deutlich über dem Wert der unternehmensnahen Dienstleister (1.783 Euro).

Gesamtaufwendungen sinken, direkte Kosten steigen

Hochgerechnet auf alle Mitarbeiter im Innendienst investiert die Versicherungswirtschaft damit rund 358 Mio. Euro im Jahr 2019 in die Weiterbildung. Im Vergleich zum Jahr 2016 ist ein Rückgang der Gesamtkosten zu verzeichnen, der durch die geringe Stundenvolumen und damit niedrigere indirekte Ausgaben für Weiterbildung entsteht. Bei den direkten Kosten der Weiterbildung ist hingegen ein Anstieg um 14 Prozent zu verzeichnen.

Durch die verbreitete Digitalisierung findet zunehmend interaktives webbasiertes Lernen statt. Lernvideo, Podcasts und Audiomodule nutzen mehr als neun von zehn Unternehmen.

Autor: VW-Redaktion

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