Hohe Unfallrate lässt bei Amazon die Versicherungskosten steigen

Bildquelle: Amazon

Ein zweiter Lockdown droht und der Corona-Gewinner der ersten Stunde, Amazon, wird noch mehr profitieren. Damit der Umsatz weiterhin sprudelt, müssen Mitarbeiter immer höhere Quoten erzielen und mit den Lagerrobotern mitzuhalten. Dabei entstehen mehr Unfälle am Arbeitsplatz, sodass Amazon mit höheren Versicherungskosten rechnet.

Die Maschinen sollen beim Heben schwerer Gegenstände helfen und den Menschen Wege einsparen, indem sie die Waren direkt zu ihnen bringen. Effizienz und Sicherheit würden so erhöht. So war zumindest der Plan von Amazon. Die Lagerroboter erfüllen ihre Vorgaben, sodass die Quoten und Zielvorgaben für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wiederholt angehoben worden sind. Wer beispielsweise Artikel greife und scanne, müsse in einem automatisierten Lager statt 100 Artikeln pro Stunde 400 verarbeiten. Angestellte führen immer wieder dieselben Bewegungen in schneller Abfolge aus – und das Verletzungsrisiko steigt.

Unfälle um ein Drittel gestiegen

Die Abteilung für Arbeitsplatzsicherheit des Bundesstaates Washington erklärte, dass bei Amazons hoch automatisierten Lagern überdurchschnittlich viele Unfälle unter den Mitarbeitern im Vergleich zu anderen Lagerhallen, die ohne viel Maschinen arbeiten, passieren. So kam es bei Amazon im Jahr 2019 zu insgesamt 14.000 schweren Verletzungen – also solchen, die arbeitsfreie Tage oder eingeschränkte Arbeitsfähigkeit zur Folge hatten. Im Vergleich mit dem Industriestandard soll Amazons Quote von 7,7 schweren Verletzungen pro 100 Mitarbeiter fast doppelt so hoch sein. Im Vergleich zu 2016 habe sich Amazons Gesamtrate in den automatisierten Lagern um 33 Prozent erhöht.

Deshalb schlägt die Behörde ein neues “Fulfillment Center” für die Entschädigungskosten der Mitarbeiter vor. Wenn Amazon dem Vorschlag zustimmt, würden die Versicherungskosten des größten Online-Händlers im Bundesstaat Washington um 15 Prozent steigen. Bei den weniger automatisierten Lagern hingegen sinken sie derzeit um rund 20 Prozent.

Das würde Amazon nicht sonderlich viel Kosten, zumal der Aktienkurs in diesem Jahr um fast 70 Prozent zulegte. Jedoch könnten die Summe steigen, weil andere Staaten wie Kalifornien, Kentucky, Oregon, Ohio und Pennsylvania folgen würden.

Autor: VW-Redaktion

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