Milliardenklage gegen Sekte wegen Coronabeschleunigung

Zentrale der Shinchonji Kirche von Jesus in der koreanischen Stadt Gwacheon. Quelle: 최광모 / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), Wiki.Commons

Die südkoreanische Stadt Daegu hat die religiöse Gruppe Shinchonji Kirche von Jesus auf 100 Mrd. Won verklagt, das entspricht rund 73 Mio. Euro. Die religiöse Gemeinschaft, andere sprechen von Sekte, habe das Coronavirus weitergetragen und sich nicht an Vorgaben gehalten. Dadurch wäre die Eindämmung des Virus verhindert worden.

In der Frühphase der Corona-Pandemie galt Daegu als Hochburg von Covid-19, mehrere tausend Betroffene gab es in der Stadt, die über fast 2,5 Millionen Menschen zählt. Mit 6901 Infizierten weist Daegu die höchste Zahl an Fällen im Land auf, 65 Prozent davon werden mit der Sekte in Verbindung gebracht, meldet die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). Wenn die Zahlen stimmen, ist das eine große Zahl, Südkorea zählt 12.484 Infektionsfälle und 281 Tote.

Die Nummer 31

Die „Patientin Nummer 31“ war am 18. Februar positiv auf das Coronavirus getestet worden und hatte die Infektion im Kreis der religiösen Gruppe weitergetragen. Die Gemeinschaft hatte sich zuerst verweigerte, eine Liste aller Mitglieder in der Stadt herauszugeben. Damit habe die religiöse Gruppe die Tests und Quarantäne für die Sektenmitglieder verzögert.

Die Stadt verlangt nun Schadenersatz von 100 Mrd. Won, rund 73 Mio. Euro, von der Shinchonji-Sekte, die auch in Deutschland aktiv ist und aggressiv Mitglieder wirbt. Im Wesentlichen behauptet der Anführer der Bewegung, Man-Hee Lee, dass die Bibel aus verschlüsselten Texten basiert, „die nur er entschlüsseln könne“. Er verspricht seinen Anhängern eine bessere, friedliche Welt.

Eine schöne Idee, dennoch will Daegu einen Teil ihrer Covid-19-Kosten von rund 146 Mrd. Won von der Gemeinschaft zurückerstattet bekommen. Wahrscheinlich ist es den Stadtoberen auch nicht unrecht, an die Namen der Mitglieder der Bewegung zu kommen.

Im Rathaus waren die Menschen auch nicht untätig und haben sich bereits das Recht gesichert, auf das Vermögen der Sekte und ihres Führers zugreifen zu können. Zuvor hatte die Stadt Seoul bereits Ansprüche gegen die religiöse Gruppe erhoben.

Autor: VW-Redaktion

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