Iran-Konflikt: Erste Millionenschäden treffen Flugverkehr

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Wenige Stunden nach Irans Attacke im Irak ist nahe Teheran ein Linienflieger mit mehr als 170 Insassen abgestürzt. Bei dem Unglück der Maschine der Ukraine International Airlines auf dem Weg nach Kiew hat niemand überlebt. Irans Behörden sprechen von einem technischen Defekt, Experten vermuten jedoch einen Abschuss. Viele Airlines streichen inzwischen Ihre Flüge über der Golfregion.

Zwei Minuten war Ukraine-International-Flug PS752 in der Luft, nachdem er knapp 20 Kilometer westlich des Flughafens „Imam Khomeini International Airport“ bei Teheran urplötzlich vom Radar verschwand. Die Staatsmedien sprachen sofort von einem technischen Defekt. Experten sind skeptisch: „Im Falle eines Absturzes ist es sehr unüblich, dass sofort ein Grund genannt wird. Eine Unfallursache zu analysieren und einzuschätzen ist eine aufwändige Arbeit, bei der es Tage, Wochen oder sogar noch länger dauert, bis man erste zuverlässige Informationen über eine Absturzursache erhält“, schreibt Luftfahrtjournalist Jakob Wert. „Selbst ein Feuer im Triebwerk sollte bei einem modernen Flugzeug keine Ursache für einen Absturz sein“, sagte Luftfahrtexperte Heinrich Großbongardt der Welt.

Auch der ehemalige Air-Berlin-Chef Joachim Hunold hat Zweifel: „Es ist für mich erstaunlich, dass die iranischen Behörden schon so früh von einem technischen Defekt sprechen. So kurz nach einem Unfall wäre es für mich eine reine Spekulation, wenn man von einem technischen Versagen spricht“, sagt er der Bild. Die Zeitung legt nahe, dass es ein Abschuss gewesen sein könnte.

Denn: Der Absturz ereignete sich vier Stunden und 14 Minuten nach dem iranischen ballistischen Raketenangriff auf irakische Armeebasen im westlichen Nachbarland.  Iran hat eine mögliche Antwort der USA erwartet. Möglich ist demnach, dass eine iranische Flugabwehr-Einheit den ukrainischen Flug mit einem ankommenden US-Militärjet oder einer Rakete verwechselt haben könnte und abschoss.

An Bord des Flugzeugs starben 82 Iraner, 63 Kanadier, elf Ukrainer (neun davon die Crew des Flugzeuges), zehn Schweden, vier Afghanen, drei Deutsche und drei Briten. Die etwa vier Jahre alte Maschine des Typs Boeing 737-800 NG sei zuletzt vor zwei Tagen technisch überprüft worden. Die Boeing 737-800NG ist eine der weltweit meistgenutzten Flugzeugtypen mit einer guten Sicherheitsstatistik. Die Maschine gehört nicht zur Kategorie der Unglücksbaureihe 737 Max, die weltweites Flugverbot hat. Der Pilot hat nicht einmal ein Notsignal abgegeben.

Luftfahrtbehörden und Fluglinien reagieren

Die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA hat US-Flugzeugen die Nutzung des Luftraums in Teilen des Nahen Ostens untersagt. Über dem Persischen Golf, dem Golf vom Oman, im Irak und in Iran dürften in den USA registrierte Flugzeuge „wegen erhöhter militärischer Aktivitäten und steigender politischer Spannungen“ nicht mehr operieren.

Air France hat alle Flüge über Iran und Irak gestrichen. Die russische Luftfahrtbehörde spricht offenbar kein Verbot aus, rät aber den russischen Fluggesellschaften, den Luftraum über dem Irak, Iran, dem Persischen Golf und dem Golf von Oman zu vermeiden. Die Lufthansa will nach dem Streichen eines Fluges nach Teheran die Verbindung zur iranischen Hauptstadt wieder aufnehmen. Der Flughafen Teheran sei offen, für die Anflugroute sowie den Bereich um den Airport gebe es keine Sicherheitsbeschränkungen, erklärte die Lufthansa.

Autor: VW-Redaktion

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