Hörbücher und Smartphones töten im Straßenverkehr

Mustang. Bild von Marcin Machalski auf Pixabay

Auf Deutschlands Straßen verursacht Ablenkung jeden zehnten Unfall oder führt zu einer gefährlichen Situation. Damit stellt die Ablenkung statistisch gesehen eine ebenso große Gefahr dar wie zu schnelles Fahren. Das ist das Ergebnis einer Studie des Forschungsinstituts infas quo im Auftrag der DA Direkt Versicherung.

Laut aktueller DA Direkt Statistik haben drei Ablenkungs-Faktoren einen signifikant hohen Einfluss darauf in einen Unfall oder in eine gefährliche Situation zu geraten. Dazu zählen die Nutzungshäufigkeit des Smartphones, eine gereizte Stimmung im Auto und die Angst des Fahrers vor anderen Verkehrsteilnehmer eine Gefahr darstellen. In Summe können so rund 60 Prozent der durch Ablenkung verursachten Unfälle erklärt werden.

Technische Ausstattung von Autos führt zu mehr Ablenkung

Die Daten zeigen, dass Jüngere durch Ablenkung stärker gefährdet sind als ältere Fahrer. Bemerkenswert ist, dass die Ausstattung mit technischen Geräten, wie Bordcomputer oder Head-Up-Display, den Effekt haben, dass Autofahrer häufiger Unfälle verursachen. Dies liegt daran, dass die Bedienung offensichtlich stark ablenkt. Aber die Ablenkungsursache Nummer 1 bleibt das Smartphone.

Die stärkste Ablenkung strahlt insgesamt das Smartphone aus – fast die Hälfte der Befragten nutzt es sehr häufig während der Fahrt (43%). Egal ob Telefonate geführt oder sogar Bilder und Nachrichten auf Social Media gepostet werden, die Bedienung des Smartphones während der Fahrt lenkt stark vom Straßenverkehr ab.

Interessant ist, dass laut Untersuchung jeder vierte Autofahrer während der Fahrt Google Maps auf dem Smartphone als Navigationssystem nutzt. Mehr als ein Drittel der deutschen Autofahrer sind durch Podcast und Hörbuch abgelenkt.

Peter Stockhorst, Chef der DA Direkt Versicherung: „Die Gefahren, die von der Ablenkung im Straßenverkehr ausgehen, werden schlicht unterschätzt oder gar ganz verkannt. Die Folge ist ein stark gesteigertes Unfallrisiko. Sensibilisierung durch fundierte Aufklärung ist der wichtigste Schritt für eine sichere Autofahrt. Es gilt aufzuzeigen, welche Ablenkungsfallen im Straßenverkehr und im Umgang mit Mitfahrern, smarter Technik und Nebentätigkeiten lauern. Hier setzt die bundesweite, repräsentative Online-Studie des Forschungsinstituts infas quo im Auftrag der DA Direkt Versicherung an.“

Zu einem ähnliche Ergebnis hinsichtlich der Gefahr durch Ablenkung kam eine Allianz-Studie, die Sie HIER lesen können.

Gender Gap beim Bremsweg

Frauen unterschätzen und Männer überschätzen den Bremsweg in einer Gefahrensituation. Bei einer durchschnittlichen Autobahnfahrt mit 120Km/h unterschätzten Frauen den tatsächlichen zurückgelegten Weg. Männer neigen dazu, die Distanz zu überschätzen.

Hintergrundinformation: Im Jahr 2018 starben in Deutschland 3.275 Menschen bei Unfällen im Straßenverkehr. Laut den Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) sind dies 95 Todesopfer mehr als noch in 2017 (+3%). Damit stieg die Zahl der Verkehrstoten nach zwei Jahren Rückgang wieder an. Weitere 396 000 Menschen wurden bei Verkehrsunfällen verletzt, das waren 5 706 Verletzte mehr als 2017 (+1,5 %).

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