Steigende Schadenaufwände belasten Markt für Managerhaftpflicht
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Die in Deutschland tätigen Managerhaftpflichtversicherer verzeichneten im Geschäftsjahr 2025 einen erneuten Anstieg der Schäden. Die Zahl der Fälle stieg laut GDV-Angaben um 13 Prozent auf etwa 3.000. Der durchschnittliche Schaden lag bei rund 113.400 Euro und verblieb damit trotz eines leichten Rückgangs gegenüber dem Vorjahr auf einem historisch hohen Niveau.
Der Gesamtschadenaufwand stieg im Jahr 2025 um 15,6 Prozent auf 342 Millionen Euro. Parallel dazu sanken die Beitragseinnahmen um 1,1 Prozent auf 491 Millionen Euro. In der Folge erhöhte sich die Geschäftsjahres-Schadenquote um 13 Prozentpunkte auf 69,7 Prozent. Ende 2025 verzeichnete die Statistik rund 107.300 Verträge (+6,6 Prozent). Da die Schadenfälle stärker wuchsen als der Vertragsbestand, stieg die Schadenhäufigkeit auf 28 Fälle pro 1.000 Verträge.
Aufgrund des Long-Tail-Charakters der Sparte verstreichen zwischen dem Schadeneintritt und der endgültigen Regulierung oft mehrere Jahre. Großschäden führten 2025 erstmals seit 2021 wieder zu einem Abwicklungsverlust, wodurch die Abwicklungsschadenquote auf 105,8 Prozent stieg – den höchsten Wert der vergangenen zehn Jahre.

Ein Auslöser für die Zunahme der Haftungsfälle ist die angespannte wirtschaftliche Lage vieler Unternehmen, berichtet der GDV. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes nahm die Zahl der Unternehmensinsolvenzen 2025 um gut zehn Prozent auf über 24.000 Fälle zu. Das ist der höchste Stand seit 2014. Im ersten Halbjahr 2026 setzte sich dieser Trend mit einem Plus von 6,7 Prozent fort.
Insolvenzverwalter prüfen im Rahmen der Verfahren regelmäßig Haftungsansprüche gegen frühere Leitungsorgane. Ergänzende Risiken entstehen durch verschärfte Vorgaben in den Bereichen Compliance, Datenschutz, IT-Sicherheit und Nachhaltigkeit.
An der GDV-Statistik wirkten 30 D&O-Versicherer mit, deren Marktanteil bei etwa 78 Prozent des Beitragsaufkommens der GDV-Mitglieder liegt. Daraus errechnet sich für die GDV-Mitgliedsunternehmen ein Gesamtbeitragsvolumen von rund 633 Millionen Euro. Das Gesamtmarktvolumen des inländischen Direktgeschäfts inklusive Nicht-GDV-Mitgliedern wird für 2025 auf etwa 920 Millionen Euro geschätzt.
Autor: VW-Redaktion
