Stephan Peters zerlegt Tagesschau-Kritik an Versicherungsvermittlern
Stephan Peters in seinem neuesten Video (Bildquelle: Youtube/Screenshot)
Lange war es ruhig an der Front der medialen Rundumschläge gegen die Versicherungswelt – und damit blieb auch die gewohnt scharfe Gegenrede von Stephan Peters aus. Doch ein aktueller Bericht der Tagesschau, den bereits der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) als bewusste Verunglimpfung eines ganzen Berufsstandes bezeichnete, beendet die Funkstille.
Der Stein des Anstoßes ist eine Veröffentlichung der Tagesschau (von Lilli-Marie Hiltscher, ARD-Finanzredaktion) mit dem Titel „Wie viel Vermögen man durch Provisionen verliert“, die suggeriert, dass Verbraucher durch das klassische Provisionsmodell im Laufe ihres Lebens „zehntausende Euro“ verlieren würden. Der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) kritisierte den Bericht bereits vor zwei Wochen und warf dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk vor, komplexe finanzielle Strukturen auf reißerische Schlagzeilen zu reduzieren, anstatt differenziert zu informieren. Besonders störend empfindet die Branchenvertretung die Gleichsetzung von Provisionen mit automatischen Vermögensverlusten.
Das aktuelle Video von Stephan Peters (Rentenversicherung vs. ETF – So verlierst du garantiert! – YouTube) kommt also etwas verspätet, wie er selbst zugibt, aber wie immer ist sein Beitrag vollgepackt mit beißendem Sarkasmus und Fach-Polemik. Er nimmt das gängige Narrativ auseinander, dass ein reiner ETF-Sparplan einer Rentenversicherung grundsätzlich überlegen sei.
Peters argumentiert nicht gegen ETFs an sich, sondern gegen die naive Umsetzung im privaten Depot. Er vertritt die These, dass „Selbstentscheider“ oft am Ende weniger Geld haben als Versicherungskunden, weil sie die weichen Faktoren und die Mathematik der Langlebigkeit unterschätzen.
Seine wichtigsten Argumente im Überblick:
- Das Langlebigkeitsrisiko: Ein ETF-Depot kann leer werden, wenn man „zu alt“ wird. Eine Rentenversicherung zahlt lebenslang. Er wirft ETF-Fans vor, die biologische Realität zu ignorieren.
- Die „7-Jahre-Falle“: Peters sagt, dass Depots im Schnitt alle 7 Jahre „umgewälzt“ werden (wegen neuer Trends, Angst in Krisen oder Anbieterwechsel). Jedes Mal fallen Steuern und Transaktionskosten an, was den Zinseszins im Vergleich zur steuerbegünstigten Rentenversicherung (Inside-the-Wrapper-Vorteil) massiv schädigt.
- Verhaltensökonomie: Er argumentiert, dass ein Berater in Krisenzeiten die Hand des Kunden hält. Ohne Berater verkaufen viele im Crash ihre ETFs – ein Fehler, der 100.000 Euro und mehr kosten kann. Die Kosten der Versicherung seien somit eine „Versicherung gegen die eigene Dummheit“.
- Die Kosten-Polemik: Er rechnet vor, dass die oft zitierten „hohen Kosten“ der Versicherung durch Steuervorteile (Halbeinkünfteverfahren) und die Vermeidung von Umschichtungssteuern über 40 Jahre oft mehr als wettgemacht werden.
Natürlich könne man auch ohne Beratung auskommen, aber dann müsse man auch mit den Folgen leben. „Wenn du keinen Immobilienmakler nutzt, zahlst du weniger – hast aber vielleicht eine Bruchbude.“ Ebenso könne man sich selbst den Blinddarm operieren – „sparst du massiv Gebühren für den Chirurgen. Ist halt nur blöd, wenn’s schiefgeht.“
Autor: VW-Redaktion
