Kunkel über Bitcoin-ETFs: „Eine glänzende Innovation mit Schattenseiten für die Altersvorsorge“

Bastian Kunkel. Quelle: Jan-Philipp Behr //andsafe

In der Finanzwelt sorgen Bitcoin-ETFs für viel Gesprächsstoff. Sie versprechen den einfachen Zugang zur Welt der Kryptowährungen, ohne dass Anleger sich mit den Tücken der Kryptobörsen oder der sicheren Aufbewahrung von digitalen Währungen auseinandersetzen müssen. Doch während die Faszination für Bitcoin und die Technologie dahinter unbestritten ist, lohnt sich ein kritischer Blick, besonders wenn es um so wichtige Themen wie die Altersvorsorge geht. Ein Gastbeitrag von Bastian Kunkel, Gründer & Geschäftsführer „Versicherungen mit Kopf“.

Was ist ein Bitcoin-ETF?

Kurz gesagt, ist ein Bitcoin-ETF ein börsengehandelter Fonds, der in Bitcoin oder damit verbundene Wertpapiere investiert. Der große Vorteil: Anleger können über traditionelle Börsen in die digitale Währung investieren, ohne sich direkt mit Kryptowährungen und dem teils relativ komplizierten Handel auf Kryptobörsen auseinandersetzen zu müssen. In Deutschland und vielen anderen Ländern sind reine Bitcoin-ETFs allerdings aktuell nicht zugelassen; ein ETF muss hier mindestens fünf unterschiedliche Vermögenswerte beinhalten.

Vorteile und Nachteile:

Die Vorteile liegen auf der Hand: Einfachheit, Zugänglichkeit und die Umgehung von Speicher- und Sicherheitsproblemen. Doch diese Vorteile kommen nicht ohne Kosten. Die laufenden Gebühren von Bitcoin-ETFs können zwischen 0,5 und 2 Prozent liegen – ein nicht unerheblicher Nachteil, besonders im Vergleich zum direkten Investieren in Bitcoin, wo solche laufenden Kosten nicht anfallen.

Warum Bitcoin-ETFs keine sinnvolle Altersvorsorge sind:

Trotz der Attraktivität von Bitcoin-ETFs als moderne Anlageform, gibt es triftige Gründe, warum sie nicht als Kernstück einer Altersvorsorge dienen sollten:

  1. Volatilität und Unsicherheit: Bitcoin und damit auch Bitcoin-ETFs sind extrem volatil. Für eine langfristige Anlagestrategie, wie sie für die Altersvorsorge nötig ist, birgt dies ein hohes Risiko.
  1. Regulatorische Unsicherheiten: Die Zulassung und Regulierung von Bitcoin-ETFs ist noch immer ein bewegliches Ziel. Änderungen in der regulatorischen Landschaft können unvorhersehbare Auswirkungen auf die Anlage haben.
  1. Fehlende Diversifikation: Eine solide Altersvorsorge basiert auf der Diversifikation über verschiedene Anlageklassen. Ein Investment, das ausschließlich auf Bitcoin oder der Blockchain-Technologie basiert, bietet diese Diversifikation nicht. Aus den gleichen Gründen wäre z.B. ein Investment rein nur auf den DAX auch keine sehr sinnvolle Altersvorsorgestrategie.
  1. Technologische Risiken und Innovationen: Die rasante Entwicklung im Bereich der Kryptowährungen und Blockchain-Technologie birgt das Risiko, dass heutige Investments morgen bereits veraltet sein könnten.

Ein Blick in die Zukunft

Während Bitcoin-ETFs und ähnliche Produkte zweifellos Innovationen im Finanzsektor darstellen und für bestimmte Anlagestrategien interessant sein können, sollten sie mit Vorsicht genossen werden, besonders wenn es um so wichtige Ziele wie die Altersvorsorge geht. Die Kombination aus hohen Volatilitäten, regulatorischen Unsicherheiten und dem Fehlen einer breiten Diversifikation macht sie zu einer sehr riskanten Wahl für den Aufbau eines sicheren Ruhestands.

Fazit: Die Faszination für Bitcoin und die damit verbundenen Finanzprodukte ist verständlich, doch für die Altersvorsorge gilt es, auf bewährte Strategien zu setzen, die Sicherheit, Diversifikation und Stabilität bieten. Es bleibt abzuwarten, wie sich der Markt für Kryptowährungen und die dazugehörigen Finanzprodukte speziell in Deutschland und der EU entwickelt, doch eines ist sicher: Eine gut durchdachte, diversifizierte Anlagestrategie, z.B. mit einer ETF Rentenversicherung und einem Investment in einen weltweit anlegenden ETF, ist und bleibt der Schlüssel zu einer sicheren und sorgenfreien Rente.

Autor: Bastian Kunkel, CEO VMK Versicherungsmakler GmbH und Gründer der Marke „Versicherung mit Kopf“

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