Gothaer folgt der Allianz und führt die elektronische Patientenakte ein

Die Gothaer selbst hat keinen Zugang auf die elektronische Patientenakte. Die sollen die volle Kontrolle haben. (Bildquelle: Gothaer)

Der Branchenprimus Allianz hat es vorgemacht, nun zieht die Gothaer nach. Der Kölner Gegenseitigkeitsversicherer führt die elektronische Patientenakte (ePA) für seine rund 120.000 vollversicherten Kunden ein. Der IT-Dienstleister Research Industrial Systems Engineering (RISE) hat damit erneut einen dicken Fisch an Land gezogen.

Die rund 120.000 vollversicherte Kunden der Gothaer Krankenversicherung können ab sofort die ePA als digitale Ablage nutzen. Sie soll den Austausch von Informationen und Unterlagen zwischen Leistungsträgern wie Ärzten untereinander und mit den Versicherten verbessern. Ebenfalls können damit Zweitmeinungen schneller eingeholt und Doppeluntersuchungen leichter vermieden werden und die Wechselwirkungen von Medikamenten sollen durch die Abrufbarkeit der verordneten Präparate besser berücksichtigt werden. Damit das alles auch technisch einwandfrei funktioniert, kooperiert die Gothaer hierbei mit dem österreichischen IT-Dienstleister Research Industrial Systems Engineering (RISE). Dieser arbeitet auch mit der Allianz und Signal Iduna zusammen. Andere PKV-Gesellschaften setzen auf das ePA-Modell von IBM.

Die Nutzung der App ist freiwillig. Die Daten der ePA werden auf einem zentralen Server in Deutschland gespeichert, für den die europäischen Datenschutzbestimmungen gelten. Er ist Teil der so genannten Telematikinfrastruktur (TI) für das Gesundheitswesen. Jede Änderung an der TI wird vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik geprüft und zertifiziert. Zudem sind alle Daten, die in der ePA gespeichert werden, verschlüsselt. Die Gothaer Krankenversicherung hat keinen Zugriff auf die Daten.

„Die elektronische Patientenakte ist ein weiterer Beleg für unser kontinuierliches Bestreben, auf die Bedürfnisse unserer Versicherten einzugehen und innovative Lösungen anzubieten. Durch die Bündelung aller relevanten Informationen wird sie wesentlich dazu beitragen, die Behandlungsqualität für unsere Versicherten weiter zu verbessern und sie von bürokratischen Prozessen zu entlasten“, kommentiert Sylvia Eichelberg, Vorstandsvorsitzende der Gothaer Krankenversicherung.

Die Allianz Krankenversicherung hat die elektronische Patientenakte bereits im August 2022 eingeführt. Vorausgegangen war die Zustimmung durch die Nationale Agentur für Digitale Medizin (Gemati). Die Option wird mit ihren Funktionen und Services die Ziele des Gesetzgebers zur digitalen Versorgung der Patienten in Deutschland unterstützen, schreiben die Münchener. Die Pläne zur elektronischen Patientenakte gehen auf das Jahr 2003 zurück. SPD-Politikerin Ulla Schmidt, die das Projekt initiierte, sprach damals davon, dass die ePA Leben retten und Milliardensummen einsparen könnte.

In der PKV ist die ePA bislang nur schwach verbreitet, weil es im Gegensatz zu den Gesetzlichen Krankenkassen keine Vorschrift gibt die ePA anzubieten.

Autor: VW-Redaktion

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