Neues Gutachten offenbart, warum die Versicherungspolice für das Aquadom-Unglück greift

Der Aquadom in der Karl-Liebknecht-Straße 3 in Berlin war das größte zylindrische Aquarium der Welt. (Bildquelle: Tu Nguyen/flickr/ https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/)

Im Dezember 2022 zerplatzte das riesige Berliner Aquarium Aquadom. Zehn Monate lang hat ein Gutachter die Scherben analysiert und zusammengefügt. Das Ergebnis ist auch für die Sachversicherungspolice durch ein Konsortium relevant.

Warum das 16 Meter hohe Aquarium vergangenen Dezember in einer Hotellobby in der Berliner Innenstadt platzte, sollte das Team um den Kunststoffexperten Christian Bonten im Auftrag des Gebäudeeigentümers Union Investment klären. Bonten leitet seit 2010 das Institut für Kunststofftechnik (IKT) der Universität Stuttgart und ist Mitglied des Wissenschaftlichen Arbeitskreises der Kunststofftechnik. 

Die Arbeit am Untersuchungsabschlussbericht zur Havarie dauerte neun Monate. Die rund 700 Trümmerteile des Acryl-Zylinders wurden von den Experten beschriftet und kartografiert. In einer Lagerhalle hat man die Teile zusammengepuzzelt. Die Trümmerteile aus Acrylglas zeigten selbst keinerlei Schwachstellen. Deshalb kommen die Experten zum Schluss, dass wahrscheinlich eine Klebenaht versagt haben könnte, also die Stelle, an denen die einzelnen Teile des Aquariums während des Baus zusammengesetzt wurden.

Die zweite Hypothese lautet, dass der Unfall aufgrund einer Beschädigung des Sockels des Aquariums bei einer Sanierung passierte. Dritte Variante: Bei einer Sanierung wurde geleert, aber es stand dann viereinhalb Monate ohne Wasser, sodass das „Acrylglas dabei austrocknete““, so Bonton.

Unabhängig davon, was konkret das Aquarium zum Platzen brachte, es handelt sich um ein „völlig unerwartetes“ Ereignis, so das Fazit der Experten. Sabotage, falsche Reinigungsmittel, seismische Schwingungen oder kalte Winterluft im Atrium wird ausgeschlossen.

Vor diesem Hintergrund scheint klar, dass es ein Fall für die Assekuranz ist. Die Versicherung komme für den Schaden auf, sagte der Sprecher des Gebäudeeigentümers, Fabian Hellbusch. Dieser liege mindestens in einem hohen zweistelligen Millionenbereich. Die Schäden am Gebäude, der Rückbau und die Reparaturen und Renovierungen seien über eine Sachversicherungspolice durch ein Konsortium versichert gewesen. Die finanzielle Regulierung der Schäden habe bereits begonnen und verlaufe reibungslos. Welche Versicherer im Konsortium vertreten sind, ist bislang nicht bekannt.

Das riesige Aquarium stand in der Lobby des beliebten Fünf-Sterne-Hotels Radisson. Etwa 1.300 tropische Fische starben bei dem Unglück, etwa 600 wurden gerettet. Insgesamt gab es Wasserschäden bei 18 Geschäften und dem DDR-Museum in der Umgebung des Hotels.

Autor: VW-Redaktion

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