Autoversicherer drehen kräftig an der Preisschraube

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Die Prämien für Kfz-Policen sind im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt das Vergleichsportal Verivox in Zusammenarbeit mit dem Datenanalytiker der Hochschule Augsburg, Wolfgang Bischof. Das ist möglicherweise aber noch lange nicht das Ende der Fahnenstange.

Laut Kfz-Versicherungsindex des Vergleichsportals Verivox kosten Kfz-Policen über alle Versicherungsarten derzeit durchschnittlich 8,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Heidelberger erwarten weitere spürbare Preiserhöhungen, vor allem für bereits bestehende Autoversicherungsverträge, wie DPA berichtet. Den Kfz-Versicherern steht eine heiße Wechselsaison bevor. Von einem Preiskampf, bei dem die Versicherer im Kampf um Marktanteile auch Verluste in Kauf nehmen, ist allerdings nicht auszugehen. In der Branche ist jetzt Disziplin angesagt.  

Der bisherige Preisanstieg von 8,8 Prozent bezieht sich auf die Haftpflicht-, Teil- und Vollkaskoversicherungen. Die Versicherer kündigten die Erhöhungen mehrmals indirekt an. Im April schrieb der GDV, dass Prämien und Tarifierung an die gestiegenen Leistungen im Schadenfall angepasst werden müssen.

„Ein zentraler Faktor sind die Auswirkungen der Inflation auf die Höhe der Versicherungsleistungen. Diesbezüglich gibt es einen fundamentalen Unterschied zwischen den verschiedenen Versicherungsarten. Bei Produkten nach dem Prinzip der Schadenversicherung, die im Versicherungsfall einen Schadenersatz zusagen, wie etwa die Reparatur eines Kraftfahrzeugs nach einem Unfall, bedeuten hohe Preissteigerungen unmittelbar höhere Schadenleistungen“, berichtete der Verband in einer Untersuchung.

Bildquelle: GDV

Zwischen August 2021 und August 2022 haben die Autohersteller die Preise für Ersatzteile im Schnitt um fast acht Prozent erhöht. 2021 kostete ein Pkw-Sachschaden die Kfz-Haftpflichtversicherer im Durchschnitt 3.375 Euro, ebenfalls rund acht Prozent mehr als im Vorjahr. 2013 hatte dieser Wert noch bei 2.400 Euro gelegen.

Während der Corona-Zeit sanken die Preise für Kfz-Versicherungen sogar. Weniger Verkehr auf den Straßen brachte weniger Schäden.  2019 beliefen sich die Kosten für eine Kfz-Haftpflichtpolice auf 87 Euro, 2021 waren es 83 Euro.

Die Hannover Rück sorgte bereits beim Rückversicherungstreffen in Baden-Baden letzten Jahres für Schlagzeilen, als sie Preiserhöhungen um mindestens zehn Prozent prognostizierte. Der Rückversicherer sah keine andere Option, weil den Kfz-Versicherern sonst Verluste drohen würden.

Experten sprachen sich in diesem Zusammenhang für bestandswirksame Erhöhungen um einen niedrigen zweistelligen Prozentsatz aus – und sogar noch mehr, wenn man profitabel bleiben wolle.

Huk-Coburgs Top-Manager Klaus-Jürgen Heitmann erwartet für die Kfz-Versicherungsbranche für dieses Jahr ein „tiefrotes Ergebnis.“ Die Rabattschlachten der letzten Jahre hätten den Unternehmen mächtig zugesetzt. Mit der stark steigenden Inflation und der höheren Schadenhäufigkeit sind viele Kfz-Versicherer im letzten Jahr in die Verlustzone gerutscht.

Autor: VW-Redaktion

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