Bafin warnt Lebensversicherer vor Anlage-Schwenk

Bafin-Chef Mark Branson auf der Bafin-Jahrespressekonferenz 2022. Quelle: MV

Während der Nullzins-Phase haben die Lebensversicherer verstärkt in alternative Anlagen investiert, wie beispielsweise Infrastrukturprojekte oder Unternehmensbeteiligungen. Mit dem Zinsanstieg werden jedoch klassische Anlageformen wieder attraktiver – zum Leidwesen der Finanzaufsicht Bafin.

„Durch die gestiegenen Zinsen sinkt der Druck, Anlagealternativen zu festverzinslichen Wertpapieren zu finden“, wird Stephan Kalb, Versicherungsexperte bei der Ratingagentur Fitch, im Handelsblatt zitiert. Bei der Bafin scheint dies auf offene Ohren zu stoßen. So kritisierte die Finanzaufsicht jüngst im hauseigenen Journal, dass der Anteil der alternativen Anlagen an den Kapitalanlagen der Versicherer seit der Zinswende sogar noch zugenommen habe. Allerdings fehle es der Branche aber teilweise am erforderlichen Spezialwissen.

Allerdings würden manche Versicherer mit den steigenden Zinsen allmählich wieder umsteuern. Dies zeige sich laut Wirtschaftszeitung besonders bei Private Equity: „Im Bereich Private Equity haben wir vor allem dank der sehr guten Wertentwicklung der vergangenen Jahre nun eine Portfolioquote von über fünf Prozent erreicht, weshalb ein weiterer Ausbau hier nicht geplant ist“, wird die Allianz Leben zitiert.

Die Gothaer habe indes in den vergangenen Jahren vor allem in Infrastrukturprojekte und die Kreditfinanzierung von Unternehmen investiert. Ab diesem Jahr wolle man laut Bericht nur noch moderat in alternative Anlagen investieren. Eine Rückkehr zu den „alten Garantieprodukte“ werde man aber „hoffentlich nicht wieder sehen“, betonte Gothaer-Chef Oliver Schoeller jüngst gegenüber VWheute.

Allerdings scheint dies derzeit nicht die einzige Sorge der Finanzaufseher zu sein: So sollen die Lebensversicherer bei Produkten und Vertrieb kundenfreundlicher werden – oder die Bafin zwingt sie dazu. Zuletzt hatte die Finanzaufsicht ein Merkblatt zum Vertrieb und den Provisionsrichtwert veröffentlicht. Aktuell wird der Druck noch einmal erhöht.

Autor: VW-Redaktion

Ein Kommentar

  • Leider ist in dem Artikel aus keinem Zitat der BaFin ersichtlich, warum ein Schwenk zurück zu einfacheren Zinsprodukten, nicht im Sinne der BaFin sein sollte. Könnten Sie da weiterhelfen?

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