DKM 2022: Bedeutung der Makler „hoch wie nie“

Die DKM ist im Jubiläumsjahr zurück. Bildquelle: mv.

„Schön, informativ und luftig“, „mehr kann man als Aussteller nicht verlangen“ oder gar „endlich wieder richtige DKM“. Sowohl Makler wie auch Aussteller ziehen ein positives erstes DKM-Fazit. Die Vorstandsvorsitzenden und Top-Vorstände spielten in den Diskussionsrunden auf Ergebnis und wollten nicht anecken. In den Einzelgesprächen wurde es hinsichtlich Provisionsrichtwert und Inflation deutlicher.

Zum 25. Mal öffnete die DKM ihre Toren und der Zuspruch war nach zwei Jahren Digitalhalbkontakt mit über 270 Ausstellern und 8.800 Besuchern groß. Es war deutlich bunter als in den letzten teildigitalen Jahren, die Stände waren einfallsreich und mit Liebe designt.

Mit Liebe zum Detail – DKM 2022. Bildquelle: mv.

Wenn schon nicht Liebe, dann doch wenigstens Zuneigung gegenüber der Maklerschaft zeigten die Top-Vorstände in der Speakers-Corner. Routiniert lobten die Vorstandsvorsitzenden Dietmar Bläsing (Volkswohl Bund), Zeliha Hanning  (Württembergische), Christopher Lohmann und Frank Sommerfeld die Bedeutung der Maklerschaft.

Deren Bedeutung sei insbesondere in diesen schwierigen, inflationsbeherrschten Zeiten „hoch wie nie“, sagte Sommerfeld an einer Stelle der Diskussion. Einigkeit herrschte darin, dass die Prämien steigen werden, wie bereits auf dem Rückversicherungstreffen in Baden-Baden klar wurde. Aufgrund der Anpassungen der Rückversicherung in Naturkatastrophen- und Cyberdeckungen kennen die Preise zurzeit nur den Weg nach oben, erklärte Hanning; das gelte „besonders bei Kfz“.

Diskussionsrunde in der Speakers Corner. Bildquelle: mv.

Keiner der Vorstände sah eine Kündigungslawine auf sich zurollen, die inflationsgeplagten Kunden kennen den Wert einer Absicherung – was bereits während Corona galt. „Aktuell sehen wir noch keine Kündigungswelle, die Auswirkungen sind marginal“, sagte Bläsing.

Die Kunden werden sich nach Sparmöglichkeiten umsehen, was zu intensiverem Wettbewerb führt, glaubt Lohmann und brachte bereits während der Pandemie bewährte Entlastungen wie Beitragsstundungen ins Gespräch. Einen intensiveren Wettbewerb erwartet auch Hanning, wiederum speziell im Bereich Kfz. Die vier Vorstände glauben nicht, dass der Kunde das günstigste Angebot wählt, sondern auf die Größe und Bedeutung des Versicherers blicken wird, sagte Sommerfeld. Es gäbe „keinen Trend zu Vergleichsportalen“ – leider verpasste der Moderator an dieser Stelle die Frage, warum die Allianz (Direct) dann wieder mit Check24 zusammenarbeitet.

Die DKM knüpft an alte Tage an. Bildquelle: mv.

Die Folgen der Inflation in der Lebensversicherung sehen die Vier als beherrschbar an. „Die stillen Reserven werden teilweise zu stillen Lasten“, aber das ist für Versicherer „nicht so tragisch“, sagte Bläsing. Problematisch sei dagegen, „dass die Inflation höher ist als der Zins.“ Eine „Verschiebung in Richtung bAV“, sieht Hanning, zudem brauche es ein „gutes Förderprodukt“.

Gute Produkte hat nach Eigenaussage auch die Dialog. Der Fokus liegt nach wie vor auf bAV- und Biometrie-Produkten, erklärte Vorstand Florian Sallmann während der Pressekonferenz in einem nahen Hotel.  In der Beratung sei man „in der Fläche unterwegs und vor Ort“, daran werde festgehalten“. Der veränderte Versicherungsmarkt inklusive Technikfokus schreckt die Dialog nicht, der Makler sei nach wie vor essenziell. Wir sehen das „sehr entspannt“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Benedikt Kalteier.  

Pressekonferenz der Dialog auf der DKM 2022 (in einem Hotel). Bildquelle: mv.

Der Konzern sei mit Erstversicherer Generali, Makleranbieter Dialog und Direktversicherer Cosmos Direkt gut aufgestellt. Eine Technisierung der Branche und Wegfall des Maklers sieht er nicht. „Alle haben überschätzt, wie stark die Digitalversicherer werden, ohne HUK und Cosmos sinkt der Anteil am Markt sogar.“  Sehr wohl geht er aber davon aus, dass der Maklermarkt in einer Dekade  durchdigitalisiert ist. „In zehn Jahren, wird sich der Makler auf beratungsintensivere Produkte spezialisiert haben“; Anlauf für Standardprodukte wäre dann das Portal oder der Direktvertrieb. Das ist ein klarer Widerspruch zur Ansicht der vier Vorstände in der Speaker-Corner. Einigkeit herrschte allerdings darin, dass der Makler „ in diesen schwierigen Zeiten auf den Kunden zugehen müsse“, wie Sallman erklärte.

Auf intensiven Kundenkontakt setzt auch die Alte Leipziger, wie Leben-Vorstand Dr. Jürgen Bierbaum im Exklusivinterview erklärt. Zudem betont er die Wichtigkeit von Vorsorge auch in schwierigen Zeiten.

Jürgen Bierbaum, Vorstand der Leipziger und kein Freund von Provisionsbeschränkungen. Bildquelle: mv.

„Bei einer langen Laufzeit, laufendem Beitrag und Investition in Substanzwerte ist die Inflation kein Anti-Altersvorsorge-Argument“, stellt er klar. Der Aktuar sieht zudem grüne Investments im Kommen. „In der bAV und einem bestimmten Klientel ist es bereits wichtig und insgesamt ein Trend“, sagt er. Etwas betrüblicher wurde der Blick bei Thema Provisionsrichtwert aus, der wohl kommen wird. „Ein solcher Wert ist systemfremd und ein Eingriff in den funktionierenden Wettbewerb“.

Einen Trend zu grünen Investments sieht auch der Autor Frank Schätzing, einer der Rednergäste der DKM. „Die Aufgabe der Versicherer [und Makler] sieht er in der Absicherung der Zukunft, dass sei „schon immer die Aufgabe der Versicherer gewesen“. Ein interessanter Gedanke ist, dass bei den Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz nicht jeder überzeugt werden muss. „Es reicht, wenn die 10 Prozent Meinungsmacher überzeugt werden, der Schwarm folgt dann“, erklärte der Autor des Buches „Der Schwarm“.

Models und Werbeträger für die VHV. Bildquelle: mv.

Umhergeschwirrt wurde auf der DKM  viel, die Atmosphäre war freundlich und hilfsbereit, allerdings maskenmuffelig. Das Fazit sprach BGV-Betriebsvorstand Moritz Finkelnburg: „Einwandfrei, mehr kann man sich (als Aussteller) nicht wünschen.“

BGV-Model und Baloise-Pantomime. Bildquelle: mv.

Verleihnung der AssCompact-Preise. Bildquelle: FvM

Autor: Maximilian Volz

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