Jungmaklerin Marie Christina Schröders: „Ich habe Spaß daran, aus Geld mehr zu machen“

Marie Christina Schröders, Geschäftsführerin der SaFiVE GmbH & Co. KG. Bildquelle: Schröders

Sie war bereits vor drei Jahren beim Jung-Makler-Award nominiert und in diesem Jahr hat Marie Christina Schröders den 2. Platz belegt. Im Interview spricht die Geschäftsführerin der SaFiVE GmbH & Co. KG über ganzheitliche Beratung, Neobroker und klassische Kundenakquise im digitalen Zeitalter.

VWheute: Sie waren bereits vor drei Jahren beim Jung-Makler-Award nominiert und haben in diesem Jahr den 2. Platz belegt. Was hat sich seitdem für Sie verändert?

Marie Christina Schröders: Beim ersten Mal war mein Unternehmen genau sechs Monate alt, somit noch echt frisch. Das Konzept hat wohl damals schon gefallen, aber ich hatte noch keine stichhaltigen Zahlen nachzuweisen. Damals war der Jungmakler eine Neukundentrommel, dieses Mal empfinde ich ihn eher als Imagegewinn und Netzwerkmobilisator. Von damals zu heute hat sich mein Umsatz von 0 auf 500 entwickelt, somit ist natürlich eine erhebliche Veränderung in den betrieblichen Abläufen zu spüren – Prozessoptimierung als stetiger Begleiter. Aber die Arbeit macht noch genau so viel Spaß wie damals.

VWheute: Wie würden Sie Ihr Beratungskonzept umschreiben?

Marie Christina Schröders: Ich verfolge ein ganzheitliches Beratungskonzept, das nah am Menschen ist: Einzelprodukte zu verkaufen macht in meinen Augen wenig Sinn – in einer qualitativen Beratung geht es darum hinzuschauen, wie alles zusammenhängt und was am Ende wirklich für die KundInnen dabei rauskommt.
Deswegen berate ich Menschen mit der kompletten Lebensplanung im Blick. Bevor ich KundInnen annehme, erstelle ich ein individuelles Gutachten. Dabei beziehe ich Vorsorgefragen, Vollmachten und Steuerfragen mit ein, ebenso wie die Lebenssituation. Neben meinem Fachwissen in Versicherung und Finanzen habe ich noch Steuerrecht studiert, sodass ich KundInnen wirklich fachkundig und umfassend beraten kann. Eine so ganzheitliche Analyse ist aktuell ziemlich einzigartig auf dem Markt.

Meine KundInnen profitieren davon, dass ich Zusammenhänge erkenne, Fehlversicherungen aufdecke und ihnen Lösungen anbieten kann, die nicht nur auf dem Papier was bringen, sondern wirklich zu ihren Lebensvorstellungen passen. Die Nachfrage zeigt, dass sich Menschen genau das wünschen: allein im letzten Jahr hatte ich ein Kundenwachstum von über 20 Prozent.

VWheute: Was hat Sie an dem Job fasziniert, wie sind Sie in der Versicherungsbranche gelandet?

Marie Christina Schröders: Mich fasziniert an dem Job vor allem die Nähe zum Menschen – die verschiedenen Lebensvorstellungen, was so passieren kann und wie man sich unter verschiedensten Umständen ein gutes Leben aufbauen kann. Die Branche ist mir von klein auf vertraut, da ich mehrere Versicherungsberater im nahen Umfeld hatte. Gereizt hat mich dann die Chance, die Branche mit zu verändern: Weg von der Einzelfallberatung mit hier einer KFZ, da einer Hausrat, hin zu einer ganzheitlichen Beratung, die wirklich was für Menschen bewegt.

Und mich fasziniert das Thema Geld, und wie viel man mit dem Wissen um Geld bewegen kann. Ich habe einfach selbst Spaß daran, aus Geld mehr zu machen und Geldlehre „zu unterrichten“. Dementsprechend beschäftige ich mich gerne damit und freue mich, wenn ich meine Begeisterung und mein Wissen teilen kann.

VWheute: Sind Frauen die besseren Berater:Innen?

Marie Christina Schröders: Das würde ich so nie sagen – auch wenn Frauen bei der Geldanlage im Schnitt mehr Rendite erzielen als Männer, das zeigen Studien immer wieder. Und klar sind Frauen bei einigen Fragen in der Beratung im Vorteil: oft haben wir zum Beispiel ein besseres Verständnis für Lebensplanungsthemen, einfach, weil wir uns selbst oft intensiver damit auseinandersetzen. Trotzdem würde ich sagen, dass qualitative Beratung nie vom Geschlecht abhängt, sondern von der Ausbildung: Wie breit, wie tief hat sich jemand mit bestimmten Themen beschäftigt, die für die Kunden wichtig sind? Wie gut kennt jemand die Branche und blickt auch über den Tellerrand hinaus? Welche menschlichen Qualitäten und wie viel Empathie bringt jemand mit?

VWheute: Wie wichtig sind heutzutage soziale Medien und Blogging für einen Berater und die damit verbundene Kundenakquise?

Marie Christina Schröders: Allgemein sollte eine digitale Aufstellung mittlerweile selbstverständlich sein. Schließlich begleitet uns das Thema Digitalisierung schon seit Jahren. Social Media und Blogging erhöhen natürlich die Online-Präsenz, und können ein gutes Marketing-Tool sein – sie fressen aber auch wahnsinnig viel Zeit und Energie. Für mich persönlich ist das Thema Social Media aktuell nicht so wichtig. Ich habe zwar einen Instagram-Kanal, aber ehrlich gesagt investiere ich meine freie Zeit lieber in Fachthemen, als einen Post zu verfassen. Das ist eben auch eine Frage, was für Kunden man erreichen möchte. Ich berate Gewerbekunden und Kunden mit individuellen Lebensentwürfen – für die zählt die persönliche Empfehlung und die fachkundige Beratung wesentlich mehr. So funktioniert auch meine Akquise, ich bekomme mehr als genug KundInnen über persönliche Weiterempfehlung und SEO.

VWheute: Wie wichtig ist noch persönliche Beratung in Zeiten von digitalen Helfern und Neobrokern?

Marie Christina Schröder: Digitale Helfer sind prima, um Prozesse zu vereinfachen. Aber sie sind kein Selbstzweck. Ich zäume das Pferd mal von hinten auf: Mein immenses Wachstum im letzten Jahr kam allein durch Weiterempfehlungen und SEO-Marketing. Das beantwortet eigentlich schon die Frage, wie wichtig den Menschen persönliche Beratung ist – so wichtig, dass sie aktiv danach suchen und mit anderen darüber sprechen.
Klar müssen wir aktuell bleiben. Und es werden immer digitale Lösungen kommen, die uns herausfordern. Aber ich sehe das sportlich. Bei Neobrokern ist die Sache: sie sind für eine bestimmte Zielgruppe interessant, die Zeit und Laune hat, bestimmte Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Doch letzten Endes sind sie unpersönlich und bieten keinen Überblick oder Sicherheit, wenn es um das echte Leben geht, mit all seinen komplexen Irrungen und Wirrungen. Da braucht es einfach die Beratung – einen anderen Menschen, der mit Fachwissen da drauf guckt und neben günstigen Tarifen auch meine persönlichen Potenziale und Ziele im Blick behält.

Interview: David Gorr

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