BSI: IT-Sicherheitslage überdurchschnittlich bedrohlich

Die IT-Sicherheitslage ist zunehmend bedrohlich. Quelle: Bild von Pete Linforth auf Pixabay

Mit der Corona-Pandemie hat sich die IT-Sicherheitslage verschärft. „Das Zusammentreffen einer aktuell ohnehin angespannten IT-Sicherheitslage und der Covid-19-Pandemie führt zu einer Bedrohungslage von bisher nicht bekanntem Ausmaß“, sagte Harald Niggemann, Cyber Security Strategist des BSI Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik, am Mittwoch bei der MCC-Konferenz „IT-Optionen für Versicherungen 2021“.

Die Zahlen würden „von Jahr zu Jahr schlimmer und beeindruckender“. Das wird sich im aktuellen BSI-Bericht „Die Lage der IT-Sicherheit in Deutschland 2021“ widerspiegeln, den Bundesinnenminister Horst Seehofer gemeinsam mit BSI-Präsident Arne Schönbohm am heutigen Donnerstag in Berlin vorstellen wird.

In der jetzigen Situation mit Home-Office und eingeschränkter Personalverfügbarkeit könnten Angriffe „existenzbedrohend“ für Unternehmen und Organisationen sein, sagte Niggemann. Anhand einiger ausgewählter Fälle der vergangenen Monate zeigte er, dass Cybercrime eine stetig zunehmende Bedrohung darstelle. Die Auswirkungen würden immer erfolgreicher und die Täter immer professioneller. Längst sei auch im Darknet die Arbeitsteilung eingeführt.

Wie in der legalen Wirtschaft leide aber auch die Schattenwirtschaft zuweilen unter Personalengpässen, weshalb manche Angriffe nicht zu Ende ausgeführt würden. „Wenn nichts passiert wie beim DDoS-Angriff auf Belgiens Regierungsnetz, kann das viele Ursachen haben“, sagte Niggemann. Dort waren im Mai 2021 rund 200 Organisationen ganz oder teilweise vom Internet abgeschnitten worden. Der Angriff betraf aber nur die Verfügbarkeit der Netze, eine Kompromittierung der Systeme fand aber nicht statt. Auch konnte kein Abfluss von Daten festgestellt werden.

Ransomeware – also die Erpressung verschlüsselter oder gesperrter Daten – nannte Niggemann als eine der größten Bedrohungen. Längst gebe es „Ransomeware-as-a-Service“. Dabei gebe es einen Trend zu gezielten Angriffen auf Unternehmen. Diese warnte er davor, Lösegeldforderungen nachzugeben: „Sie wollen ja nicht auf einer Liste zahlender Unternehmen stehen.“ Neben den Hilfen durch das BSI rät er Unternehmen auf jeden Fall mit den Strafverfolgungsbehörden zusammenzuarbeiten. „Das lohnt sich. Die internationale Koordination wird immer besser. Diese Aktivitäten wurden hochgefahren“, so Niggemann.

Autorin: Monika Lier

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

fünf × zwei =