Marsh sieht deutlichen Prämienanstieg im Cybergeschäft

Marsh rechnet im Cybergeschäft mit einem Anstieg der Versicherungsprämien um bis zu 40 Prozent. Quelle: Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Die Gefahrenlage im Cybergeschäft bleibt weiter angespannt. Dabei sind die Versicherungsprämien im ersten Halbjahr 2021 um etwa 40 Prozent gestiegen, heißt es in einem Update des Marsh Versicherungsmarktreports.

Treiber sind die hohen und nach wie vor steigenden Schadenzahlen. Die geschätzte Schadenquote in Kontinentaleuropa stieg auf ca. 74 Prozent im Jahr 2020. Bei einigen Versicherern dürfte sie deutlich über 100 Prozent liegen, heißt es bei Marsh. Für die Kunden würde dies bedeuten, dass sie in der Summe weniger Wettbewerb am Markt wiederfinden. Dies würde sich wiederum in deutlichem Mehraufwand auf Makler-, aber eben insbesondere auch auf Kundenseite niederschlagen.

Auch in der D&O-Versicherung prognostiziert Marsh einen deutlichen Anstieg der Versicherungsprämien. So würde derzeit kaum noch ein Versicherer, die mehr als 15 Mio. Euro Versicherungssumme auf einzelne D&O-Versicherungsprogramme zur Verfügung stellen. Insbesondere im Falle von Neuplatzierungen zeigen sich viele Versicherer sehr zurückhaltend. Neue spektakuläre Schadenfälle, schlechte Schaden-Kosten-Quoten und strengere Underwriting-Guidelines führen zu einer weiteren Verknappung der am Markt verfügbaren Gesamtkapazität, heißt es bei Marsh.

Zudem habe der Risikoinformationsbedarf bei den Versicherern in dieser Sparte stark zugenommen. Dies gilt insbesondere für große Industrieunternehmen, von der Corona-Krise betroffene Branchen und Unternehmen mit schlechten Finanzkennzahlen. Dies sei laut Marsh auch bei Finanzdienstleistern (z. B. Großbanken, Versicherungsgruppen) zu beobachten.

Mit Blick auf die jüngsten Unwetter im Juni und Juli werden die Unternehmen auch weiterhin Versicherungsschutz gegen Elementarschäden einkaufen können. Allerdings würden die Versicherer dann höhere Prämien und Selbstbehalte fordern und auch die zur Verfügung gestellten Kapazitäten im Einzelfall begrenzen. In der Feuerversicherung sei schon seit geraumer Zeit zu beobachten, dass die Versicherer Optimierungen beim Brandschutz nachdrücklicher fordern.

Autor: VW-Redaktion

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