Unverständliche Lebensversicherer: Standmitteilungen in der Kritik

Quelle: Bild von Steve Buissinne auf Pixabay

Die Lebensversicherer haben bei der Verständlichkeit der Standmitteilungen noch immer Nachholbedarf. Vorsorgesparer können so nicht immer beurteilen, ob ihr Geld dauerhaft gut und sicher angelegt ist. Das zeigt die dritte Auflage der systematischen Transparenzstudie von Policen Direkt.

Laut Studie erfüllen derzeit 66 von 74 der untersuchten Unternehmen die seit 2018 geltenden gesetzlichen Mindestanforderungen für alle untersuchten Verträge vollständig (2020: 66 von 76). 49 (2020: 34) erfüllen dazu sämtliche BaFin-Anforderungen zu den Bewertungsreserven. 17 (2020: neun) Lebensversicherer teilen ihren Kunden diese Pflichtangaben und sämtliche notwendigen Angaben mit. Zehn Versicherer informieren zur Nachhaltigkeit bei den Kapitalanlagen.

“Wieder teilen mehr Versicherer mehr mit als im Vergleich zum Vorjahr, die Pflicht ist damit weitgehend erfüllt. Vollständigkeit der Werte bedeutet allerdings nicht Verständlichkeit. Sehr oft fehlen weitere Angaben, um die Vertragsentwicklung auch nachvollziehen zu können.”

Henning Kühl, Leitender Aktuar von Policen Direkt und Versicherungsmathematiker (DAV)

Demnach kommen einige Versicherer ihrer Pflicht hier mindestens erklärungsbedürftig nach und einzelne versenden fast drei Jahre nach der Neufassung des §155 VVG für Bestandskunden immer noch keine überarbeitete Kunden-Information, so Policen Direkt weiter.

Eine weitere Erkenntnis: 70 von 74 (2020: 64 von 76) Unternehmen kommen dieser Pflicht ordnungsgemäß nach. Bei diesen Versicherern sind diese Angaben direkt zu finden. Bei vier Gesellschaften sind die Hinweise wenig oder überhaupt nicht hilfreich.

Laut Mindestzuführungsverordnung (MindZV) §15 sind die Kunden auf diese Veröffentlichung unter Angabe der elektronischen Fundstelle hinzuweisen. Einige Gesellschaften weisen im Zuge dieser Hinweispflicht zudem darauf hin, wo ihre CSR-, Solvenz- und Geschäftsberichte zu finden sind.

“Offenbar werden diese wichtigen Informationen von Kunden aber nur in geringem Maße direkt abgerufen. Dass nicht funktionierende Verlinkungen zu den Ertragsquellen erst bei Studienerstellung erkannt werden, spricht nicht für großes Interesse. Von uns darauf hingewiesene Versicherer haben nämlich umgehend die Fehler korrigiert”, konstatiert Henning Kühl, Leitender Aktuar von Policen Direkt und Versicherungsmathematiker (DAV).

Autor: VW-Redaktion

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