Neodigital-Chef Voss im Interview: „Der Markt um junge Kunden ist wirklich groß genug“

Stephen Voss. Quelle: Neodigital

Rund zwei Jahre nach seiner Gründung hat der saarländische Versicherer Neodigital erstmals die magische Marke von 100.000 Kunden geknackt. VWheute hat exklusiv mit Vorstand Stephen Voss über Meilensteine und große Ziele gesprochen.

VWheute: Was bedeutet die 100.000 Kundenlinie für Sie als Unternehmen, ist sie der Break-Even-Point oder eher eine symbolische Linie?

Stephen Voss: Die Marke von 100.000 Kunden ist für uns eine wichtige interne Linie, da sie unterstreicht, wie leistungsfähig unsere Systemarchitektur ist, schließlich haben wir von diesen 100.000 Kunden den größten Teil, nämlich 65.000 Kunden allein in den zwölf Monaten in 2019 hinzugewonnen. Also im ersten vollen Geschäftsjahr.

VWheute: Sie schreiben, dass sie bei jungen Versicherungsnehmern „auf dem richtigen Weg sind.“ Dasselbe sagen viele Unternehmen, bspw. Clark und Getsafe. Gibt es genug junge Kunden für alle oder müssen nicht auch andere Gruppen angesprochen werden, um langfristig erfolgreich zu sein?

Zunächst einmal ist der Markt an dieser Stelle wirklich groß genug, sodass man sich eher nicht ins Gehege kommt. Richtig ist aber auch, dass man sein Kundenportfolio diversifizieren solle, also auf eine gute Streuung achtet. Daher freuen wir uns, dass wir auch für andere Altersgruppen interessant sind. So haben wir zum Beispiel in der Tierhalterhaftpflicht eine sehr starke Gruppe der über 40-Jährigen.

VWheute: Was sind die nächsten Ziele des Unternehmens und was steht aktuell an?

Stephen Voss: Wir verbessern kontinuierlich unsere Automation und Effizienz. Wir haben mittlerweile einen deutlich vierstelligen Kundenzuwachs, und zwar pro Woche. Da muss bei 35 Mitarbeitern alles möglichst dunkel und automatisiert ablaufen und das bestätigen auch unsere Service Levels. Und wenn die Maschine effizient läuft, macht es Sinn auf dieser Basis weitere Produktarten, wir nennen das Sparten, anzubieten. So stehen Wohngebäude- und Kfz-Versicherung derzeit in der Planung.

VWheute: Welchen Herausforderungen sehen Sie in der zweiten Jahreshälfte für sich und den Markt?

Stephen Voss: Der Markt hat durch die Ereignisse rund um Corona in Sachen digitale Transformation einen deutlichen Schub bekommen. Wir haben zu Beginn des Jahres die ersten Projekte dazu mit anderen Versicherern umgesetzt und verzeichnen nun einen deutlichen Anstieg in der Nachfrage zu diesen B2B-Projekten. Gleichermaßen hat sich gezeigt, wie anfällig der stationäre Vertrieb ist, wenn er nicht moderne digitale Tools nutzt. Daher arbeiten wir auch hier mit unseren Vertriebspartnern intensiv zusammen, um für die Makler optimale Lösungen bereitzuhalten.

Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Maximilian Volz.

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