Porazik: „Wir können uns eine Mischung aus Präsenz- und Onlinemessen sehr gut vorstellen“

Norbert Poradzik. Quelle: Fonds Finanz

Online-Veranstaltungen und digitale Beratung werden spätestens mit Beginn der Corona-Krise an Bedeutung gewinnen. So stellte die MMM-Messe im März wegen des Virus kurzfristig auf das Internet um. VWheute sprach dazu mit Norbert Porazik über die Erfahrungen.

VWheute: Wann haben Sie bzw. die Fonds Finanz die Krise erfahren und zu spüren bekommen, was waren Ihre Maßnahmen?

Norbert Porazik: Die Krise haben wir erstmals mit den Corona-Maßnahmen zu spüren bekommen, die durch die Regierung beschlossen wurden. Durch das Verbot entsprechender Veranstaltungen haben wir unsere MMM-Messe im März abgesagt. Sie hätte am 24. März im MOC München stattgefunden. Stattdessen haben wir ein umfangreiches, alternatives Online-Messeprogramm auf die Beine gestellt: die MMM-Messe digital.

Am 24. und 25. März haben wir zahlreiche Webinare, Online-Vorträge und -Interviews von unseren bekannten Star- und Top-Rednern gebündelt. Die Maklerinnen und Makler konnten dabei geballtes Know-how und wertvolle IDD-Stunden sammeln. Das neue Konzept wurde sowohl von unseren Vermittlern als auch bei den Produktgebern sehr gut angenommen. Aus unserer Sicht ist es allein das Richtige weiterhin neue Wege zu schaffen, um trotz aller Herausforderungen für alle Beteiligten das Beste aus der Situation zu machen. Mit der MMM-Messe digital ist uns das als eine der ersten Maßnahmen sehr gut gelungen.

Darüber hinaus haben wir die Funktionsfähigkeit aller Services, Dienstleistungen und IT-Systeme selbst bei einer kompletten Verlagerung ins Homeoffice sichergestellt. Wir haben bereits Maßnahmen getroffen, um den Betriebsablauf aufrechtzuerhalten – egal, was kommt. Ein eigens eingerichteter Krisenstab hat dabei alle notwendigen Prozesse und Maßnahmen professionell begleitet.

VWheute: Welche Einwirkungen hat die Krise auf Ihre Vermittler und das Unternehmen?

Norbert Porazik: Spätestens seit Corona führt kein Weg mehr an die Online-Beratung am Alltag des Vermittlers vorbei. Wir spüren in nahezu allen Sparten, dass das Bedürfnis der Kunden nach Sicherheit geblieben und sogar gestiegen ist. Auch wenn die persönliche Beratung in physischer Form abnimmt, müssen Makler flexibel bleiben und neue Wege finden, die Nähe zum Kunden zu suchen.

Dazu gehört sicherlich, sich der zunehmenden Digitalisierung zu stellen und offen für Neues zu sein. Als Unterstützung bieten wir unseren Partnern seit Ende März die Premium Version der Online-Beratungs-Software von Bridge an. Der Zugang ist für alle Fonds Finanz Makler für mindestens zwölf Monate kostenfrei. Unseren loyalen Fonds Finanz Vermittlern werden wir die kostenfreie Nutzung von Bridge sogar über diesen Zeitraum hinaus ermöglichen.

VWheute: Ist mit den aktuellen Lockerungen das Schlimmste überstanden und wie bewerten Sie die Hilfen des Bundes?

Norbert Porazik: Ob das Schlimmste wirklich überstanden ist, wird sich erst noch zeigen. Das hängt von der weiteren Entwicklung der Infektionszahlen ab und ob es zu einer zweiten Welle kommen wird. Für viele Unternehmen, Selbständige und Arbeitnehmer sind die Hilfen vom Bund notwendig und daher ein wichtiger Schritt, um Existenzen zu sichern und die Wirtschaft zu unterstützen.

VWheute: Sie veranstalten selbst Messen wie MMM, welchen Einfluss hatten die Beschränkungen und ist die Online-Veranstaltung ein dauerhafter Ersatz?

Norbert Porazik: Als dauerhaften Ersatz können wir uns die Digitalmessen nicht vorstellen, da der Fonds Finanz der persönliche Draht zu ihren Vermittlern und Maklerbetreuern sehr wichtig ist. Die persönlichen Gespräche vor Ort, die Anbahnung geschäftlicher Beziehungen, die Emotionen, die unsere Star-Redner während ihrer Live-Auftritte transportieren – all das kann aus unserer Sicht durch ein Online-Modell nicht ersetzt werden.

Deshalb möchten wir unsere Messen gerne weiterhin wie gewohnt fortführen. Allerdings können wir uns ein hybrides Messekonzept – also eine Mischung aus Präsenz- und Onlinemessen – sehr gut vorstellen und arbeiten bereits im Rahmen der Veranstaltungsplanung für 2021 an einem möglichen Konzept. Denn neben den Stimmen unserer Makler, die sich für eine Vor-Ort-Veranstaltung ausgesprochen haben, gibt es auch viele Fürsprecher einer Online-Variante.

VWheute: Mussten Sie durch den physischen Ausfall der Messen Einbußen einnehmen?

Norbert Porazik: Ja, wir haben durch den Ausfall der MMM-Messe Ausfälle zu verzeichnen, weil Einnahmen ausgeblieben sind und wir für die MMM-Messe digital gleichzeitig neue, nicht geplante Ausgaben hatten. Die Ausfälle halten sich allerdings in einem überschaubaren Rahmen. Viel wichtiger ist es uns, mit der Durchführung der Online-Version unserer Messe den Vermittlern ein positives Signal zu senden. Wir wollten zeigen, dass man mit Kreativität und persönlichem Einsatz auch in der Krise eine Chance hat, erfolgreich zu arbeiten.

VWheute: Glauben Sie, dass die Krise positive Effekte auf die Versicherungsbranche hatte, beispielsweise eine höhere Digitalbereitschaft?

Norbert Porazik: Ganz bestimmt findet durch die Krise in der gesamten Assekuranzbranche ein Umdenken hinsichtlich der Digitalisierung statt. Dahingehend ist die Krise sicherlich als Chance zu betrachten. Wir sehen beispielsweise, dass einige Makler auf Online-Beratung, Soziale Medien und Digitalisierung gesetzt haben und durch ihre Flexibilität und dem Nachkommen des Kundenbedürfnisses in dieser außergewöhnlichen Zeit mit Zuwächsen profitiert haben. Ebenfalls ist die Bereitschaft von Versicherungsmaklern sich an Maklerpools anzubinden und den Großteil ihrer Umsätze über einen Pool abzuwickeln deutlich gestiegen.

Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Maximilian Volz.

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