Versicherer wollen auch bei Kapitalanlage digitale Plattformen

Woher kommen die vielen Unversicherten? Bild: geralz/Pixabay

Bei ihren Investments setzen institutionelle Investoren wie Versicherer verstärkt auf digitale Plattformen. Knapp die Hälfte bindet Plattformen in die Akquise ein, mehr als jeder fünfte Investor vergibt online Kredite. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Fintech Loanboox in Zusammenarbeit mit der TUM School of Management an der Universität München. Doch deutsche Investoren haben Probleme mit dem Verständnis.

Neben den üblichen Kriterien für Investments, Rendite, Rating, Laufzeit, bewerten Investoren die Digitalität als zunehmend wichtig. Bei den Akquiseaktivitäten werden analoge Kanäle inzwischen immer mehr durch digitale abgelöst. Der Großteil der Befragten bevorzugt E-Mails, am zweithäufigsten wird das Telefon genannt. Dahinter folgen schon digitale Plattformen, die von 43 Prozent der Teilnehmer als Akquisekanal verwendet werden. Persönliche Gespräche sowie die Kontaktaufnahme über Finanzberater spielen mit 19 Prozent eine ebenso untergeordnete Rolle.

Deutsche Investoren haben keine Ahnung von Plattformen

Bei der Kreditvergabe wird ebenfalls verstärkt auf digitale Anwendungen gesetzt. Zwei von zehn Investoren vergeben bereits Kredite über digitale Plattformen. Allerdings gibt es hier starke länderspezifische Unterschiede. Während in der Schweiz zwei Drittel aller befragten Investoren Plattformen zur Kreditvergabe einsetzen, sind es in Deutschland und Österreich nur rund elf Prozent. Ein möglicher Grund könnte „eine mangelnde Vertrautheit mit der Verwendung solcher Plattformen“ sein. In Deutschland und Österreich sind 45 Prozent der Befragten mit der Nutzung von digitalen Plattformen (eher) unvertraut, in der Schweiz sind es nur 29 Prozent.

Länderübergreifend einheitlich wird hingegen die Frage beantwortet, welche Eigenschaften digitaler Plattformen am relevantesten eingeschätzt werden. Markttransparenz sehen 77 Prozent aller Befragten als (eher) wichtigen Aspekt an. Die Möglichkeit der Zeitersparnis wird von 66 Prozent der Teilnehmer als (eher) wichtige Eigenschaft beschrieben. 

Zur Studie und Unternehmen: Rund 50 Versicherungen, gesetzliche Krankenkassen, Versorgungswerke, Pensionskassen und Asset Manager aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben an der Studie teilgenommen. Über die Hälfte der Befragten verwaltet ein Vermögen von mehr als 3 Milliarden Euro. Einen Schwerpunkt der Studie bildete die Frage der jeweiligen Anlagestrategie. Hierzu wurde unter anderem untersucht, in welche Assetklassen investiert wird, welche Einflussfaktoren den Anlageentscheidungen zugrunde liegen und inwieweit digitale Anwendungen eine Rolle bei der Kapitalanlage spielen.

Loanboox ist die unabhängige Fremdkapitalmarkt-Plattform. Seit dem Start von Loanboox in Deutschland im Oktober 2017 wurden Finanzierungen von mehr als 6 Milliarden Euro über die Plattform angefragt, global sind es 30 Milliarden. Über 530 Kreditnehmer und rund 140 Kapitalgeber aus Deutschland sind inzwischen an die Plattform angeschlossen.

Autor: VW-Redaktion

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