Australien: Tennisspieler kollabieren wegen schlechter Luft und Versicherer verkaufen keine Feuer-Policen mehr

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Wegen der Buschbrände ist die Luftqualität in Melbourne ist derzeit so schlecht, dass die Bürger aufgefordert wurden, zu Hause zu bleiben. „Halten Sie Fenster und Türen geschlossen, lassen Sie ihre Haustiere drinnen“, schrieb die Stadt bei Twitter. Kein Wunder, dass das Training bei den Australian Open unterbrochen wurde. Tennisspieler hatten Hustenanfälle. Die Verschiebung des Turniers ist nicht ausgeschlossen.

Bei der Qualifikation für die Australian Open gab Dalila Jakupovic in der ersten Runde nach einem Hustenanfall auf. Im Match der 28-Jährigen gegen die Schweizerin Stefanie Vögele hatte es zu diesem Zeitpunkt 6:4, 5:6 gestanden. Jakupovic kniete zunächst nieder und wurde dann von einer Betreuerin vom Platz geführt. „Es war wirklich schlimm. So etwas habe ich noch nie erlebt, ich hatte wirklich Angst, dass ich kollabiere“, sagte Jakupovic anschließend. „Darum bin ich runter. Weil ich nicht mehr laufen konnte. Am Boden war es etwas einfacher, Luft zu bekommen. Ich habe kein Asthma und habe nie Atemprobleme.“ Die Organisatoren hatten den Beginn der Qualifikationsmatches zuvor wegen der verrauchten Luft von 10.00 Uhr Ortszeit auf 11.30 Uhr verschoben. Die Spiele des Hauptfeldes sollen am kommenden Montag beginnen.

Australiens Städte weisen derzeit den weltweit höchsten Luftverschmutzungsgrad auf, vor Delhi in Indien und Nepals Hauptstadt Kathmandu.  Die Australien Open in Melbourne sind das größte Tennis-Freiluftereignis der südlichen Hemisphäre. Knapp 800.000 Besucher strömen jedes Jahr zum Turnier. Es zu verschieben oder abzusagen, stand bislang offenbar noch nicht zur Diskussion. Tennisstar Novak Djokovic, siebenmaliger Sieger der Australian Open, würde eine Verlegung „in Erwägung ziehen“, wenn die Gesundheit der Spieler beeinträchtigt sei. Einer der nun vom Verband Tennis Australia vorgelegten Pläne sieht vor, die Matches zu unterbrechen und in eine Halle zu verlegen, falls der Wind erneut zu viele Rauch- und Rußpartikel über die Freiluft-Anlage treibt.

Suncorp und IAG verkaufen keine Feuer-Policen in gefährdeten Gebieten mehr

Derweil haben zwei der größten australischen Versicherer den Verkauf von Feuer-Policen in 67 Gebieten eingestellt, überwiegend in den Bundesstaaten Victoria und New South Wales. Das soll verhindern, dass Menschen in Panik noch schnell ihre Häuser versichern würden, teilten die Versicherer Suncorp und Insurance Australia Group mit. Für die Ratingagentur Moody’s sind es gerade diese beiden Versicherer, die die Hauptschäden der extremen Buschbrände in Australien tragen werden. Seit dem 8. November 2019 wurden Versicherern im Zusammenhang mit den Buschfeuern 13.750 Schäden im Volumen von insgesamt 1,34 Mrd. Australischen Dollar (830 Mio. Euro) gemeldet, teilte das Insurance Council of Australia mit.

Autor: VW-Redaktion

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