Munich Re befördert Oliver Kaufmann

Munich Re-Zentrale. Quelle: ak

Die Munich Re holt Oliver Kaufmann von ihrer Schweizer Tochtergesellschaft New Reinsurance Company (NewRe) und setzt ihn auf die asiatischen Märkte an. Kürzlich hat der größte Rückversicherer der Welt eine eigene Parametrie-Geschäftseinheit gegründet.

Kaufmann studierte an der Schweizer Business School ZHAW School of Management and Law (SML). Der Titel seiner Abschlussarbeit lautete: „Potential Shift in Behavior of ILS Investors Following Recent Natural Catastrophes.“ Insofern ist er ein Experte was Naturkatastrophen angeht. Bislang hatte er nur einen Arbeitgeber: Neue Rückversicherungs-Gesellschaft (New Reinsurance Company Ltd). Der 1926 gegründete Schweizer Rückversicherer wurde im Jahr 1988 ein Teil der Münchener Rück.

Oliver Kaufmann (Bildquelle: LinkedIn)

Kaufmann trat 2014 als Praktikant in das Unternehmen ein. Während seiner 10-jährigen Tätigkeit bei NewRe war er Associate Underwriter in der Sachvertragsrückversicherung, dann Property Underwriter und ab 2022 schließlich Senior Property Underwriter. Seit Februar ist er nun bei der Muttergesellschaft Munich Re als Senior Underwriter Property Treaty tätig. Er arbeitet nun von Tokio aus. Er soll die ostasiatischen Agrarmärkte, darunter Südkorea, Japan und China, beobachten und effektive Risikotransferlösungen anbieten. Gerade diese Region ist anfällig für Klimakatastrophen. Einer der Lösungen werden parametrische Policen sein.

Vor einer Woche hat die Munich Re verkündet, gerade im Parametrie-Bereich zu wachsen. Man will daher das parametrische Fachwissen in einer eigenen Einheit bündeln, sagte August Pröbstl, Leiter des Bereichs Capital Partners bei Munich Re. Die Einheit wird sich zunächst auf Naturkatastrophenrisiken konzentrieren. Der Parametrie-Policen-Anbieter Descartes Underwriting will inzwischen das Modell auf die Cybersparte übertragen, VWheute berichtete.

Was parametrische Versicherungen ausmachen: Bis vor einigen Jahren fristeten parametrische Deckungen eher ein Nischendasein. Seit Mitte der 90er-Jahre gab es das Produkt in Form von Cat-Bonds. Mit der fortschreitenden Digitalisierung und neuen Durchbrüchen bei KI-Analytics-Verfahren, scheinen sie die innovativste Lösung zu sein, um die Versicherungslücke zu schließen. Auch die zunehmenden klimabezogenen Ereignisse richteten den Fokus auf eine praktikable Lösung. Parametrische Deckungen regulieren Schäden auf der Grundlage vordefinierter Auslöser (z.B. Regenmenge, Windstärke) und Auszahlungsschemata. Daraus ergeben sich einige Vorteile: Hohe Kosten für die Verwaltung und Schadenermittlung fallen dadurch weg. Und der Prozess rund um die Auszahlung dauert nur wenige Werktage und ist für alle Beteiligten transparent. Gerade für Kleinbauern in Entwicklungsländern, die keine konventionelle Deckung bekommen, sind das existenzielle Faktoren. Auch die Regierungen dieser Staaten haben die Vorteile dieser Absicherung erkannt und subventionieren deshalb Prämienzahlungen für parametrische Deckungen, besonders in der Landwirtschaft. Mittlerweile wissen auch immer mehr Industriekunden die Vorteile der Deckungen für sich zu nutzen. Es gibt aber auch Vorbehalte: Viele Versicherungskunden misstrauen noch Satellitenbildern und wollen lieber einen herkömmlichen Schadenregulierer. Zweitens: Für manche erscheint die Lösung immer noch in bestimmten Bereichen als zu teuer. Und selbst die Anbieter solcher Produkte bezeichnen Parametrie als eine „ergänzende Lösung“.

Autor: VW-Redaktion

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