SVV-Direktor Urs Arbeter: „Im Markt für Cyberversicherungen herrscht eine große Dynamik“

SVV-Direktor Urs Arbeter fürchtet vor allem die Folgen von Cyberattacken. Quelle: Bild von Jon Hoefer auf Pixabay

Der Ukraine-Konflikt trifft auch die Schweizer Versicherungskonzerne. Allerdings sei die „Schweizer Versicherungswirtschaft selbst direkt nur wenig betroffen. Die größten Auswirkungen erwarten wir durch Verwerfungen an den Kapitalmärkten wie auch durch die steigende Inflation“, konstatiert der neue SVV-Direktor Urs Arbeter.

So stehe der Schweizer Versicherungsverband „hinter den durch den Bundesrat verabschiedeten Sanktionen. Im Einklang mit dem europäischen Branchenverband Insurance Europe verurteilen wir die Aktivitäten Russlands“. Allerdings sieht Arbeter die Weltwirtschaft gegenüber „solchen Erschütterungen weniger gewappnet als noch vor einigen Jahren. Das Bewusstsein auch für andere Toprisiken wird steigen. Immerhin wird man sich nun eher für deren finanzielle Folgen wappnen“.

Eine weitaus größere Bedrohung sieht der SVV-Direktor im Interview mit der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) in der steigenden Gefahr durch Cyberrisiken. „Es ist wie bei einer Pandemie. Die Bedrohung verändert sich laufend und nimmt eine neue Dimension an. Demzufolge herrscht auch im Markt für Cyberversicherungen eine große Dynamik. Die bestehenden Versicherungen greifen zwar, aber sie können nicht das gesamte Bedrohungsbild abdecken. Von einem lokalen, gezielten Angriff bis zu einer globalen Attacke, die einen Unterbruch der Lieferketten nach sich zieht, ist alles möglich. Wir schätzen, dass eine großflächige Cyberattacke in der Schweiz einen volkswirtschaftlichen Schaden von rund 15 Mrd. Franken verursachen könnte. Gerade deshalb sprechen wir uns auch hier für eine öffentlich-private Partnerschaft aus.“

Um den Finanzplatz Schweiz sorgt sich Arbeter allerdings nur wenig: „Trotz den vielen internationalen Turbulenzen in den vergangenen Jahren konnten die Geschäftsmodelle der Versicherungen weitergeführt werden und sind auch nicht gefährdet. Ich gehe von einer weiterhin positiven Entwicklung aus. Es ist nicht nur negativ, dass die Versicherer weniger in den Medien sind. Schließlich zeigt dies auch, dass wir seriöse, langfristige Arbeit geleistet haben, bei der Skandale vermieden wurden. Wir brauchen kein Rampenlicht, tun jedoch gut daran, unseren Nutzen für die Volkswirtschaft noch besser aufzuzeigen.“

Autor: VW-Redaktion

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