Milliardenmarkt Gaming: „Viele Hausratversicherungen stoßen hier an ihre Grenzen“

Alex „Tazman“ Teßmann sammelte Erfahrung im Strukturvertrieb, der Ausschließlichkeit und beim Makler. Seine wahre Leidenschaft galt aber immer dem Gaming, sodass er sich entschloss, nur diese Klientel zu beraten. (Quelle: Versicherungsgeek; Byronton/Pixabay)

Gaming ist mitten in der Gesellschaft angekommen und mit einigen Risiken verbunden. Diese betreffen in erster Linie Hardware, Equipment und virtuelle Güter – also die Software oder in-game erworbene Fähigkeiten, Skins und Items. Jungmakler Alexander Teßmann, spezialisiert auf Versicherungsberatung für Gamer, erklärt die besonderen Risiken seiner Klientel und Potenziale im E-Sport.

VWheute: Sie haben den dritten Platz beim Jung-Makler-Award eingenommen. Was hat sich dadurch für Sie verändert?

Alexander Teßmann: Es haben sich ein paar mehr Maklerbetreuer gemeldet, bei den meisten fliege ich dennoch unter dem Radar. Was mich jedoch nicht wirklich stört. Ansonsten hat es viel mit mir selbst gemacht, der Glaube an mich und meine Idee ist einfach stärker als davor. Und na ja, ein wenig mehr Wahrnehmung durch die Branchenmedien ist dazu gekommen. Es gibt jetzt mehr Interviewanfragen, mehr Fragen zu speziellen Themen. Das hilft in der Branche an Bekanntheit zu gewinnen und auch sich für eigene Lösungen starkzumachen.

VWheute: Du nennst dich Versicherungsgeek und versicherst nur Gamer. Wie bist du auf deine Zielgruppe gekommen?

Alexander Teßmann: Ich sehe mich selbst als Gamer. Seit meiner Kindheit begleiten mich Sonic, Super Mario und Co. Ich bin quasi Fan und habe gerne Menschen um mich herum, die ähnlich für diese Welt brennen. Leider war es beruflich selten so, dass ich auf diese Personen gestoßen bin. Gerade in meiner Zeit bei einem berufsständigen Versicherer, dessen Zielgruppe Handwerker und Handwerksunternehmen waren, war der Kontakt zu meiner jetzigen Zielgruppe komplett weg. Durch die Corona-Krise und das Mentoring von Basti Kunkel mit dem Makler Mentoring (jetzt Vermittler.digital), habe ich angefangen meinen bisherigen Weg zu Hinterfragen. Nach einer ganzen Menge Arbeit und Gehirnschmalz kam mein Entschluss. Ich starte neu, ich starte mit Versicherungsgeek und verbinde meinen Beruf und meine Leidenschaft.

VWheute: Jetzt versicherst du ja nicht nur Gamer, sondern auch eSportler, gibt es da Besonderheiten?

Alexander Teßmann: Die meisten eSportler machen diesen Beruf nicht hauptberuflich, sondern üben den nebenberuflich oder neben der Schule aus. Da gibt es jetzt in der Produktauswahl kaum Unterschiede. Je nach Wunsch des Kunden wird ein besonderer Schutz für die Hände und Finger getroffen. Viele Gamer sind noch leidenschaftliche Sammler, ob nun Figuren, Sammelkarten oder alte Spiele. Die meisten Hausratversicherungen stoßen hier an ihre Grenzen. Wenn das Sammelobjekt einen exorbitanten Wert hat, gibt es spezielle Lösungen diese richtig abzusichern. Aber auch virtuelle Sammelobjekte, wie Skins oder Trophäen, können abgesichert werden.

VWheute: Kannst du schon von Schäden berichten?

Alexander Teßmann: Ich bin ganz froh, dass ich im ersten Jahr schadenfrei durchgekommen bin.

VWheute: Wie ist der Markt – gibt es andere Makler oder Versicherer mit ähnlichen Angeboten?

Alexander Teßmann: Der Markt als solches ist riesig. Laut einer aktuellen Studie vom „game – Verband der deutschen Games-Branche e.V.“ spielen rund 34,3 Millionen Menschen und zählen hierzulande als Gamer. Auch der eSport-Markt ist weiter im Wachstum, trotzdem fehlt dem eSport in Deutschland noch die sportliche Anerkennung. Ich hoffe, das wird sich mit der jetzigen Bundesregierung ändern. Und ja, es gibt einige Versicherer und Vertriebe, welche die Zielgruppe eSport, als solches schon bedienen. Die meisten jedoch als Werbeplattform.

Interview: David Gorr

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