Die Grundfähigkeitenversicherung – nur eine Ventillösung?

Ohne Grundfähigkeiten ist das Arbeiten schwierig. Die Grundfähigkeitenversicherung kann helfen. Bild von Free-Photos auf Pixabay

Die deutsche Gesellschaft hat sich verändert. Der regelmäßige Besuch von Kindern und Jugendlichen in den Hallen der bekannten Fastfood-Ketten, euphemistisch auch als Systemgastronomie bezeichnet, hinterlässt vor allem auf den Hüften seine Spuren. Das hat Auswirkungen auf die Berufsunfähigkeits- und Grundfähigkeitenversicherung.

Burger, Pommes und pappsüße Energiedrinks kombiniert mit Chips, Schokolade und anderen fett- und zuckerhaltigen Snacks katalysieren bei nicht wenigen Kinder und Jugendlichen bereits in jungen Jahren einen weiten Zeigerausschlag auf der Waage. Der Schritt zum krankhaften Übergewicht und eine durch Adipositas begünstige Diabetes ist dann oftmals nicht weit.

Jeder dritte leistungspflichtige Berufsunfähigkeitsantrag wird heute mit psychischen Erkrankungen der versicherten Person begründet und die Debeka Lebensversicherung beziffert in ihrer Pressemeldung vom 20. August 2019 den Anteil der auf psychische Erkrankungen zurückzuführenden Berufsunfähigkeitsfälle des Jahres 2018 sogar mit 45,4 Prozent.

Für viele Vermittler unserer Tage ist das kaum vorstellbar, da psychische Erkrankungen als Auslöser einer leistungspflichtigen Berufsunfähigkeit vor 40 Jahren praktisch unbekannt waren. Die tägliche Präsenz vor dem Fernseher und eine oftmals schon manische Abhängigkeit von den sozialen Medien können dabei den Schritt zur psychotherapeutischen Behandlung durchaus begünstigen.   

Alexander Schrehardt. Der Autor des Gastbeitrages und des Buches Grundfähigkeitenversuicherung, erschienen im VVW Verlag

Allerdings, und das darf auf keinen Fall übersehen werden, trägt auch der globale Klimawandel seinen Anteil zu beispielsweise allergischen Erkrankungen bei. Bereits seit einigen Jahrzehnten ist eine zunehmend längere Pollensaison zu beobachten und lange Trockenperioden mit intensiver Sonneneinstrahlung begünstigen nicht nur einen hohen Pollenanteil in der Luft, sondern auch die Entstehung von Hautkrebs.

Viele Vermittler haben diese Situation bereits leidvoll in ihrem Berufsalltag erfahren. Nach einer qualifizierten Vorsorgeberatung des Kunden zur Absicherung des Risikos einer Berufsunfähigkeit offenbart dieser bei der Antragsaufnahme eine bereits mehrjährige Medikation mit Antiallergika, blutdrucksenkenden Präparaten oder auch eine mehrmonatige psychotherapeutische Behandlungsmaßnahme.

Eine Annahme des Antrags für eine Berufsunfähigkeitsversicherung kann dann oftmals nur noch mit vertraglichen Erschwernissen umgesetzt werden oder der Versicherer lehnt, vor allem bei einem Ausweis von längeren psychotherapeutischen Behandlungsmaßnahmen in der Vita des Kunden, den Antrag ab. Alternative Vorsorgelösungen sind somit vor dem Hintergrund eines sich wandelnden Kundenmarktes das Gebot der Stunde.

Für die Vorsorgeberatung zur Absicherung der Arbeitskraft bietet der VVW Verlag den neuen Vertriebsleitfaden Grundfähigkeitenversicherung des Autors Alexander Schrehardt an. Das Buch können Sie HIER erwerben.

Mit der Grundfähigkeitenversicherung bietet sich Verbraucher und Vermittlern ein alternatives Vorsorgeinstrument zur Absicherung der Arbeitskraft an. Während sich im Fall der Berufsunfähigkeitsversicherung ein Versicherungsfall mit der infolge von Krankheit, Unfall oder einem körperlichen Kräfteverfall eingeschränkten beruflichen Leistungsfall begründet, stellt ein Leistungsanspruch des Vertragsinhabers einer Grundfähigkeitenversicherung auf die (teilweise) Einbuße von mindestens einer versicherten Grundfähigkeit ab.

Während also im Fall der Berufsunfähigkeitsversicherung primär die Rahmenbedingungen für den zentralen Leistungsauslöser Berufsunfähigkeit geprüft werden müssen, finden sich in den Versicherungsbedingungen von Grundfähigkeitenversicherungen in Abhängigkeit von der Anzahl der versicherten Risiken eine Vielzahl von 20 oder mehr Leistungsauslösern, die es zu prüfen gilt. Eine Tatsache, die nicht wenige Vermittler von der Vorstellung der Grundfähigkeitenversicherung als alternative Vorsorgelösung zur Absicherung der Arbeitskraft abschreckt.

Im Beratungsalltag wird die Grundfähigkeitenversicherung oftmals zur Ventillösung degradiert, eine Bewertung, die diesem Vorsorgeinstrument nicht gerecht wird. Der Vermittler sollte sich immer vor Augen halten, dass die Entscheidung über die geeignete Versicherungslösung nicht ihm, sondern nur dem Kunden zukommt. Mit der Vorstellung beider Alternativen – Berufsunfähigkeits- und Grundfähigkeitenversicherung – stellt der Vermittler nicht nur seine fachliche Expertise unter Beweis, sondern öffnet seinem Kunden auch ein Entscheidungsfeld.

Autor: Alexander Schrehardt

Das Buch „Grundfähigkeitenversicherung“ des Autors Alexander Schrehardt können Sie im VVW Verlag bestellen.

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