NV-CEO Arends: „Traditionsreiche Versicherer und Insurtechs ergänzen sich ideal“

Arne Arends. Quelle: NV Versicherungen

Die NV Versicherungen gehen 2020 in ihr 202. Jahr der Firmengeschichte. VWheute hat Vorstandschef Arend Arneds im Exklusivinterview um eine erste Bilanz für 2019 gebeten und welche Rolle „grünes Wachstum“ in der Unternehmensstrategie spielt.

VWheute: Die Feiertage rund um Weihnachten bieten Zeit genug Bilanz zu ziehen und einen Ausblick für 2020 zu wagen: Wie fällt Ihre Bilanz für 2019 aus und welche Erwartungen bzw. Ziele haben Sie für das bevorstehende Jahr?

Arend Arends: 2019 war ein sehr zufriedenstellendes Jahr für die NV. Wir konnten wieder ein sehr gutes Wachstum weit über dem Branchendurchschnitt erzielen und haben uns gleichzeitig mit unseren nachhaltigen Versicherungen neu ausgerichtet. 2019 hat schon gezeigt, dass der Klimawandel Gegenstand der täglichen Diskussion in unserer Gesellschaft ist.

Deshalb bieten wir bereits seit einigen Jahren spezielle nachhaltige Produkte an und haben im vergangenen Jahr mit den Itzehoer Versicherungen die bessergrün GmbH gegründet. Diese Gesellschaft bündelt das Thema soziale und ökologische Verantwortung bei Versicherungsthemen. Das wird ein Kernpunkt für 2020 sein, sich noch intensiver mit dem Themenschwerpunkt zu beschäftigen.

VWheute: Die NV hat im Jahr 2018 ihren 200. Geburtstag gefeiert. Gleichzeitig drängen mit den Insurtechs neue Jungunternehmer auf den Markt. Wer hat Ihrer Meinung nach Ende die Nase vorn: Erfahrung oder Innovation?

Arend Arends: Ich denke, dass traditionsreiche Versicherer und Insurtechs sich ideal ergänzen und nur voneinander lernen können. Als Versicherer bringen wir die Erfahrung und das Fingerspitzengefühl für die Branche mit, gleichzeitig sind Insurtechs am Puls der Zeit was technische Innovationen anbelangt. Wenn man beides zusammenpackt, entstehen ideale Synergieeffekte. Auch wir arbeiten schon seit Jahren mit Insurtechs zusammen und merken immer wieder, wie sehr man gegenseitig voneinander lernt.

VWheute: Die NV hat derzeit auch einige grüne Policen im Angebot: Was bedeutet dies genau und wie nachhaltig sind diese? Und wie müssen Versicherer künftig mit den Herausforderungen des Klimawandels umgehen?

Arend Arends: Als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit haben wir uns schon 1818 so aufgestellt, dass wir nachhaltig wirtschaften und keine Gewinne an Kapitalgeber abführen müssen. Bei uns stehen seit über 200 Jahren unsere Mitglieder im Fokus unseres Handels. Das ist der Hauptgrund, warum wir uns bereits seit Jahren mit nachhaltigen Versicherungen beschäftigen.

Mit der bessergrün GmbH wollen wir zukünftig das Thema Nachhaltigkeit weiter forcieren. Denn für unsere Vertriebspartner sind unsere nachhaltigen Versicherungen ideal, da sie den Puls der Zeit treffen. Unsere Vertriebspartner diskutieren nicht mehr über den Preis einer Versicherung, sondern über die Wichtigkeit der nachhaltigen Verantwortung. Jeder Versicherungsnehmer kann so selbst einen Beitrag leisten.

Wir garantieren, dass bspw. ein Baum pro Vertrag gepflanzt wird. Und zwar in Deutschland, zunächst auf einem Feld in Nindorf in Schleswig-Holstein. Im Dezember 2019 wurden die ersten 10.000 Bäume gepflanzt. Jeder kann dort hinfahren und sich über das Wachstum der Bäume selbst ein Bild machen. Außerdem garantieren wir, dass der Jahresbeitrag der nachhaltigen Versicherungen in nachhaltige Kapitalanlagen investiert wird.

Dazu gibt es eine Positiv- sowie Negativliste, in die das Geld angelegt wird. Bei unseren Produkten bieten wir im Schadenfall zudem nachhaltige Mehrleistungen. Geht bspw. im Rahmen einer nachhaltigen Hausratversicherung ein Kühlschrank kaputt, beteiligen wir uns mit bis zu 50 Prozent der Mehrkosten an der Wiederbeschaffung eines energieeffizienteren Geräts.

Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Tobias Daniel.

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