Ex-AIG-Tochter Corebridge und Equitable fusionieren zu 22-Milliarden-Dollar-Konzern
Bewegung am US-Markt. Bildquelle: Michael Bußmann auf Pixabay
In den USA bahnt sich eine Elefantenhochzeit an. Die Finanzdienstleister Corebridge Financial und Equitable haben sich am 26. März auf einen Zusammenschluss geeinigt. Die Fusion erfolgt im Rahmen eines reinen Aktientauschs. Das neue Unternehmen wird auf Basis der jeweiligen Schlusskurse vom Vortag mit rund 22 Milliarden US-Dollar bewertet und soll zu einem der führenden Akteure in den Bereichen Altersvorsorge, Lebensversicherung sowie Asset- und Wealth-Management aufsteigen.
Wie die Unternehmen am Donnerstag bekannt gaben, wurde eine definitive Vereinbarung über eine Fusion unter Gleichen getroffen. Die zusammengeschlossene Firma wäre ein Schwergewicht. Auf Basis der jeweiligen Schlusskurse vom 25. März 2026 liegt die Bewertung bei rund 22 Milliarden US-Dollar.
Corebridge, das 2022 aus American International Group (AIG) ausgegliedert wurde, gehört zu den größten US-Anbietern von Altersvorsorge- und Versicherungsprodukten. Equitable, das den Vermögensverwalter AllianceBernstein besitzt, bietet Lösungen für Altersvorsorge und Absicherung an.
Durch den Zusammenschluss entsteht ein Branchenriese, der über zwölf Millionen Kunden betreut und pro forma ein verwaltetes und administriertes Vermögen von insgesamt 1,5 Billionen US-Dollar kontrolliert. Das zusammengeschlossene Unternehmen erwartet bis Ende 2028 jährliche Kostensynergien von über 500 Millionen US-Dollar, primär durch die Konsolidierung von Funktionen, Informationstechnologiesystemen und Partnerunternehmen.
Im Zuge der Integration ist geplant, über einen längeren Zeitraum über 100 Milliarden US-Dollar aus den Beständen von Corebridge an AllianceBernstein, die Asset-Management-Tochter von Equitable, zu übertragen. Finanziell soll die neue Einheit ein Betriebsergebnis von rund 5 Milliarden US-Dollar und einen Cashflow von über 4 Milliarden US-Dollar generieren.
Strukturell sieht die Einigung vor, dass die Aktionäre beider Häuser Anteile an einer neu zu gründenden Muttergesellschaft erhalten. Dabei wird jede Stammaktie von Corebridge im Verhältnis 1:1 umgetauscht, während Equitable-Aktionäre für jedes ihrer Papiere 1,55516 Aktien des neuen Unternehmens erhalten. Nach Vollzug der Transaktion, der für Ende 2026 angestrebt wird, werden die bisherigen Corebridge-Eigner etwa 51 Prozent und die Equitable-Eigner etwa 49 Prozent am Gesamtkapital halten. Das kombinierte Unternehmen wird künftig unter der Marke Equitable firmieren und an der New York Stock Exchange unter dem Kürzel „EQH“ gelistet sein.
An der operativen Spitze wird Marc Costantini, der aktuelle CEO von Corebridge, als Präsident und Chief Executive Officer das Ruder übernehmen. Unterstützt wird er von Robin Raju (Equitable), der die Position des Finanzvorstands bekleidet. Mark Pearson, derzeitiger Chef von Equitable, wechselt in die Rolle des Executive Chair im 14-köpfigen Verwaltungsrat, dem sieben von Corebridge Financial benannte und sieben von Equitable Holdings benannte Mitglieder angehören werden. Alan Colberg (Corebridge) fungiert als Lead Independent Director. Der Hauptsitz der Gruppe wird in Houston, Texas, angesiedelt sein.
Laut Costantini soll der Deal bereits unmittelbar wertsteigernd wirken und bis Ende 2028 ein Wachstum des Gewinns pro Aktie von über 10 Prozent ermöglichen.
Auch auf Investorenseite stößt das Vorhaben auf Zuspruch. Nippon Life plant, als strategischer Ankerinvestor an Bord zu bleiben. Die Unternehmen haben eine Vertragsstrafe von 475 Millionen US-Dollar vereinbart, falls die Transaktion scheitert.
Autor: VW-Redaktion
