DIHK-Konjunkturumfrage: 35 Prozent der Versicherer wollen Personal einstellen, zwölf Prozent abbauen

Bildquelle: Mohamed Hassan/Pixabay

Bei der Deutschem Industrie- und Handelskammer schrillen nach den Ergebnissen der jüngsten Konjunkturumfrage unter rund 24.000 Unternehmen die Alarmglocken. Vor allem die Politik habe eine Bringschuld, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben bei der Vorstellung der Ergebnisse in Berlin. „Es wird nicht von alleine besser.“ Versicherer sehen der nahen Zukunft leicht positiv entgegen.

Bei den Unternehmen wachse der Frust über die überbordende Bürokratie. Für dieses Jahr rechnet der DIHK jetzt mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 0,5 Prozent und für 2024 mit dem Erreichen der Talsohle und einer schwarzen Null. Schaut man auf einzelne Branchen, dann können sich die Dienstleister aktuell noch positiv absetzen. Die Geschäftserwartungen für die nahe Zukunft sind aber auch hier negativ.

Die Versicherungswirtschaft sieht der nahen Zukunft noch leicht positiv entgegen. 13 Prozent der Unternehmen erwarten eine Besserung und sechs Prozent eine Verschlechterung der Geschäftslage. Der Saldo von sieben Punkten vergleicht sich mit plus acht Punkten bei der Umfrage im Frühsommer und noch minus 32 Punkte im Jahr zuvor.

Mit Blick auf die Wirtschaftspolitik der Ampelkoalition sagte Wansleben, es bestehe dringender Handlungsbedarf. „Wir sind in Zugzwang.“ Und die Europäische Union dürfe sich keine neuen Regulierungen und Berichtspflichten einfallen lassen. Und Bürokratieabbau dürfe keine Worthülse bleiben. Um Investitionen zu stimulieren, könnte die Regierung die degressive AfA (Abschreibungen auf Anlagen) wieder einführen.

Martin Wansleben, DIHK-Hauptgeschäftsführer. Bildquelle: DIHK / Paul Aidan Perry

Versicherer können sich vom allgemeinen Negativtrend absetzen

Mit ihrer aktuellen Geschäftslage haben die an der Umfrage teilgenommenen Versicherer keine Probleme. 35 Prozent der Unternehmen gaben an, dass sich die Geschäfte verbessert hätten. 64 Prozent konnten das Niveau halten und nur ein Prozent verspürte eine Verschlechterung. Der Saldo von 34 Punkten vergleicht sich mit plus 39 Punkten vom Frühsommer und nur von nur plus elf im Herbst 2022.

Die Geschäftserwartungen sind zwar noch leicht positiv (sieben Punkte). Im Herbst 2022 lag die Erwartungshaltung aber noch deutlich negativ bei minus 32 Punkten. Die Beschäftigungsabsichten der Versicherer bleiben positiv. Immerhin wollen 35 Prozent der befragten Unternehmen Personal einstellen und nur zwölf Prozent Personal abbauen.

Der Fachkräftemangel bleibt weiter problematisch, insbesondere im Bereich der Lebensversicherer, wie Detaildaten, die VWheute vorliegen, zeigen. Die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen werden auch in der Versicherungswirtschaft als problematisch angesehen (Saldo 61 Punkte).

Autor: Manfred Brüss

Ein Kommentar

  • Die IHK hat seit Jahren diese Machenschaften mitgemacht und jetzt wundert sie sich.
    Auch will die IHK Bürokratieabbau?. Warum hat die DIHK bis dato so gut wie nichts dagegen unternommen und die Interessen der Unternehmer verteidigt. Das ist das Ergebnis

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