Nach Investitionen von 152,6 Mio. Euro: Mapfre kehrt Indonesien den Rücken

Mapfre ist die größte spanische multinationale Versicherungsgruppe der Welt. Quelle: Rolf Engelhardt

Mapfre besiegelt mit dem Verkauf seines Anteils an Abda für rund 56,6 Mio. Euro an Aseana Insurance seinen Abschied vom indonesischen Versicherungsmarkt. Aseana ist ein in Singapur ansässiges Unternehmen im Besitz von Investmentfonds, die von der Warburg Pincus Gruppe verwaltet oder beraten werden. Die Hintergründe.

Der Versicherer hielt 62,3 Prozent bzw. 51 Prozent der Anteile an Abda und Abda Assistance. Es wird erwartet, dass die Transaktion ein Ergebnis nach Steuern in Höhe von 600.000 Euro einbringt, wie das Unternehmen am Montag in einer Erklärung an die Nationale Wertpapiermarktkommission (Cnmv) mitteilte.

Mapfre landete 2013 in Indonesien, nachdem sie eine Beteiligung an Abda erworben hatte, die in den folgenden vier Jahren durch weitere Übernahmen aufgestockt wurde. Insgesamt hat die Gruppe 152,6 Millionen Euro in dieses Unternehmen investiert.

Abda Assistance wurde 2015 von Mapfre Asistencia gegründet und verfügt derzeit über ein Eigenkapital in Höhe von 775.000 Euro. Der endgültige Abschluss der Transaktion erfolgt in Übereinstimmung mit den vertraglichen Bestimmungen, die auch die Genehmigung durch die zuständigen Behörden vorsehen.

Vor einem Jahr kündigte der spanische Versicherer die Gründung eines Joint Ventures mit Swiss Life an, um in den Immobilienmarkt zu investieren. Damit setzt Mapfre seine Strategie fort, im Rahmen seiner Diversifizierungsbemühungen neue Allianzen zu den bereits mit Santander und Iberdrola eingegangenen hinzuzufügen.

Corona trifft indonesische Wirtschaft mit voller Wucht

Laut Statistikamt BPS ist die indonesische Wirtschaft 2021 real um 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen. Dieses Ergebnis lag leicht über den pessimistischsten Erwartungen einiger Banken, aber im Rahmen der Prognosen der Regierung. Allerdings waren die Aussichten für 2021 zwei Jahre lang kontinuierlich heruntergeschraubt worden. Nach dem strengen Lockdown im Juli und August 2021 hätte das Ergebnis durchaus schlechter ausfallen können.

Dennoch manifestieren diese 3,7 Prozent das zweitschwächste Wirtschaftsjahr seit 2001 mit den damaligen Nachwehen der Asienkrise. Nur 2020 war mit –2,1 Prozent schwächer.

Die vergangenen beiden Jahre bedeuten für Indonesien, dessen Wirtschaft zwischen 2000 und 2019 um durchschnittlich 5,3 Prozent per anno gewachsen war, einen deutlichen Einschnitt.

BPS berichtet, dass die vergangenen zwei Jahre einen negativen Einfluss auf die weitere Entwicklung haben werden, auch dann, wenn Corona zügig überwunden werden sollte. Denn in der Krise aufgenommene internationale Kredite müssen zurückgezahlt und die deutlich gestiegene Auslandsverschuldung (die sich jenseits der verschuldeten Staatsunternehmen, aber noch immer auf einem moderaten Niveau befindet) wieder heruntergefahren werden.

Für 2022 wird ein Haushaltsdefizit von 4,9 Prozent angepeilt, das somit zum dritten Mal in Folge deutlich über der 3-Prozent-Defizitgrenze liegt. Auch das künftige Wachstum wird also teilweise mit Schulden finanziert. Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet für die kommenden Jahre nur moderate Nachholeffekte: 2022 soll die Wirtschaft demnach um 5,9 Prozent wachsen, im Jahr 2023 dann um 6,4 Prozent.

Autor: Michael Stanczyk

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