Sondereffekte drücken Gewinn von Swiss Life

Konzernsitz der Swiss Life in Zürich-Binz. Quelle: Swiss Life

Bei der Swiss Life-Gruppe ist der Reingewinn im ersten Halbjahr 2020 um 13 Prozent auf 537 Mio. Franken gesunken. „Trotz des Gegenwinds durch Covid-19 ist die Swiss Life gut auf Kurs und kann ihre Finanzziele aus ‚Swiss Life 2021‘ erreichen“, sagte CEO Patrick Frost in der Telefonkonferenz über die Halbjahresergebnisse 2020.

„Das Geschäftsmodell hat sich als widerstandsfähig erwiesen. Die größten Effekte aus der Pandemie waren für uns über die Entwicklungen an den Finanzmärkten zu spüren, die zu einem tieferen Sparergebnis führten. Unsere Erfolge beim Fee- und beim Risiko-Ergebnis konnten dies aber teilweise kompensieren.“ Den Aktionären sei die Dividende für 2019 vollständig ausgezahlt worden.

Ziele des Unternehmensprogramms „Swiss Life 2021“ sind unter anderem eine Eigenkapitalrendite von acht bis zehn Prozent, die für jedes Jahr der Strategieperiode gilt. Die bereinigte Eigenkapitalrendite wird für das erste Halbjahr mit 10,2 Prozent (HJ 2019: 11,4 Prozent) angegeben. Per 30. Juni 2020 wird die SST-Quote auf über 185 Prozent geschätzt, womit die Solvenzquote am oberen Ende der eigenen strategischen Ambition von 140 bis 190 Prozent liegt.

Frost erwartet eine „U-förmige“ Erholung der Wirtschaft. In der Schweiz zeichne sich bereits eine schnellere Erholung als im restlichen Europa ab. Dass die Folgen der Pandemie nicht stärker Spuren im Geschäft hinterlassen haben, führte Frost auf die Investitionen in die Digitalisierung in der Vergangenheit zurück. „Zeitweilig befanden wir uns vollständig im Home-Office.“

Die Prämieneinnahmen gingen in den ersten sechs Monaten 2020 um 16 Prozent auf 11,6 Mrd. Franken zurück. Der Rückgang bedeute aber eine Normalisierung des Niveaus, wurde betont. Denn im Vorjahr hatte die Swiss Life von außerordentlich hohe Einmalprämien profitiert, nachdem sich ein Mitbewerber aus dem Vollversicherungsgeschäft in der Schweiz zurückgezogen hatte. Ohne diesen außerordentlichen Effekt hätten die Prämien gruppenweit auf Vorjahresniveau gelegen, so Frost. Aus diesem Grund sank auch der Neugeschäftswert um rund die Hälfte auf 204 Millionen Euro.

In Deutschland verbuchten die Swiss-Life-Gesellschaften mit 629 Mio. Franken vier Prozent mehr Prämie, was unter anderem der um acht Prozent auf 4.317 gestiegenen Zahl der Vermittler sowie einer höheren Produktivität zurückgeführt wird. Das Fee-Ergebnis sei um elf Prozent auf 44 Mio. Franken gestiegen, das Spartenergebnis um immerhin neun Prozent auf 92 Mio. Franken.

Für den Gewinnausweis macht der Konzern eine Reihe von Sondereffekten geltend: So müsse beim Rückgang des Reingewinns um 80 Mio. Franken berücksichtigt werden, dass im Vorjahr 30 Mio. Franken im Kontext der Schweizer Unternehmenssteuerreform positiv zu Buche schlugen. Zudem sei der Halbjahresgewinn 2020 mit 13 Mio. Franken aus negativen Währungseffekten belastet. Der Betriebsgewinn sei bereinigt nur um sechs Prozent auf 780 Mio. Franken gefallen. Bereinigt wurde die Veränderung des Betriebsgewinns um Programmkosten für einen neuen Rechnungslegungsstandard und Währungseffekten.

Getragen von der Swiss Life Asset Managers sowie die Versicherungseinheiten stieg das Fee-Ergebnis gruppenweit um sechs Prozent auf 267 Mio. Franken. Die Swiss Life Asset Managers verwaltete per Ende Juni 2020 für Drittkunden 82,9 Mrd. Franken (Jahresende 2019: 83,0 Mrd. Franken).

Autorin: Monika Lier

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