Ergo versichert Düsseldorfer Rosenmontagsumzug „im sechsstelligen Bereich“

Arne Linke, Abteilungsleiter Ergo Specialty. Quelle: Ergo

Heute kommen entlang des Rheins Tausende Narren zu den Rosenmontagsumzügen zusammen. Der Schwerpunkt liegt dabei erneut auf den Karnevalshochburgen Mainz, Köln und Düsseldorf. Mit im Spiel ist dabei auch die Ergo, die seit 2016 den Umzug in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt versichert. VWheute hat mit Arne Linke, Abteilungsleiter Ergo Specialty, über den konkreten Versicherungsschutz eines solchen Events gesprochen.

VWheute: Seit wann versichert die Ergo den Düsseldorfer Umzug und welche Motivation steckt dahinter?

Arne Linke: Wir machen das nun seit 2016 und damit im fünften Jahr. Von der Motivation her ist es ein zweigeteiltes Thema. Zum einen – und das darf man nicht verhehlen – sind wir ein Wirtschaftsunternehmen. Zum anderen finde ich es auch wichtig, dass man sich als Düsseldorfer Unternehmen vor Ort engagiert.

VWheute: Welche Leistungen deckt die Versicherung konkret ab und wie hoch ist die vereinbarte Versicherungssumme?

Arne Linke: Die Ausfallversicherung ersetzt alles, was an Mehr- oder Zusatzkosten entsteht, wenn die Veranstaltung nicht so ablaufen kann, wie sie geplant war – also abgesagt, verlegt, verschoben oder unterbrochen werden muss.

Was die Versicherungssumme betrifft bzw. die maximale Leistung, die man erhalten kann, hängt dies davon ab, was uns der Veranstalter vorgibt. Er sagt uns was er versichern möchte, welche Kosten er hat und was er unter Umständen selbst tragen möchte. Daraus ergibt sich die Versicherungssumme.

VWheute: Können Sie eine konkrete Summe für den Zoch nennen?

Arne Linke: Grundsätzlich können wir – da bitte ich um Verständnis – keine Information zu Vertragsinterna geben.
Im Hinblick auf eine Großveranstaltung wie den Düsseldorfer Zoch können Sie davon ausgehen, dass die Versicherungssumme im deutlich sechsstelligen Bereich liegt.

VWheute: Welche Risiken sind Ihrer Erfahrung nach in der Regel abgesichert?

Arne Linke: Dies ist jetzt eher ein versicherungstheoreretischer Exkurs. Es gibt in der Ausfallversicherung im Wesentlichen drei Versicherungsarten: Form A versichert alles, was nicht Form B und C ist. Form B ist alles, was mit Personenausfall zu tun hat: Wenn Sie ein Konzert der Rolling Stones versichern und Mick Jagger erkrankt unerwartet, wäre dies versichert. Dies kommt bei einem Karnevalsumzug allerdings weniger zum Tragen. Das dritte Thema, Form C, sind Wetterrisiken.

Dazu kommen Sonderrisiken, die man versichern kann, wie zum Beispiel Seuchen – also wenn die Menschen nicht auf die Straße gehen können – siehe China. Zudem kann eine Veranstaltung gegen  Terror abgesichert werden. Eigentlich kann man fast alle Gründe absichern, die dazu führen können, dass eine Veranstaltung nicht planmäßig stattfinden kann.

VWheute: Ist der Corona-Virus derzeit ein Thema?

Arne Linke: Ich denke nicht, dass es eine große Rolle spielen wird.

VWheute: Stichwort Terrorismus: Die Sicherheitsvorkehrungen für öffentliche Veranstaltungen sind seit dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt verstärkt worden. Inwieweit spielt dies eine Rolle beim Versicherungsschutz?

Arne Linke: Zunächst gilt, dass für alle Großveranstaltungen umfängliche Vorkehrungen getroffen werden und ein dediziertes Sicherheitskonzept erarbeitet und mit der Stadt und der Polizei abgestimmt werden muss. Das gilt auch für den Zoch. Wenn dennoch etwas passiert und die Veranstaltung ausfällt, was wir nicht hoffen, wäre das versichert. Dies gilt auch, wenn Terror oder eine Terrorwarnung der Auslöser für eine Absage wären.

VWheute: Ist der Umzug gegen Terroranschläge versichert? Und lassen sich diese überhaupt adäquat gegen dieses Risiko versichern?

Arne Linke: In Hinblick auf die Frage, was adäquat ist, bin ich ehrlich gesagt sehr zwiegespalten. Einerseits: Ja, es lässt sich vernünftig absichern und versichern. Auf der anderen Seite glaube ich auch, dass man sich nicht kleinkriegen lassen darf von irgendwelchen Drohungen und sonstigen Themen. Wenn alle Angst haben und keiner mehr rausgeht, ist das Leben doch ziemlich freudlos.

VWheute: Inwieweit würde bei einem solchen Ereignis Extremus ins Spiel kommen und was ist über die Ergo abgesichert?

Arne Linke: Extremus hat mit einer Veranstaltungs-Ausfallversicherung nichts zu tun. Wenn ein Ausfall oder eine Verschiebung aufgrund einer Terrorwarnung erfolgt, wird dies von uns (=durch die jeweilige Ausfallversicherung) getragen.

VWheute: Vor einigen Jahren mussten einige Umzüge witterungsbedingt abgesagt werden. Wie hoch schätzen Sie derzeit das Risiko ein, dass dies erneut passiert? (Stichwort Klimawandel)

Arne Linke: Düsseldorf ist jetzt kein Standort, den wir nicht kennen würden. Bei Standorten, die wir nicht so gut kennen, nutzen wir ein spezielles Geo-Tool, bei dem die Standortkoordinaten Höhe, Breite und Länge berücksichtigt werden.

Dies wertet für uns dann verschiedene Dinge aus, wie zum Beispiel die Frage, ob es ein Überschwemmungsrisiko gibt, Vulkanismus droht oder wie das Wind-Exposure ist, ob Schneelast ein Risiko für die Veranstaltungsstätte darstellen könnte. Für Düsseldorf sehen wir an dieser Stelle kein erhöhtes Risiko – obwohl es letztes Jahr auch wieder sehr stürmisch war.

Quelle: Statista

Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Tobias Daniel.

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