Alles für die Plattform: Mobiliar steigt groß bei Ringier ein

Mobiliar mit großem Einstieg in die Schweizer Zeitungswelt. Bild von moritz320 auf Pixabay

Der Versicherer Mobiliar beteiligt sich mit 25 Prozent am Ringier-Verlag. Das Investment beim breit aufgestellten Medienhaus soll der ältesten privaten Versicherungsgesellschaft der Schweiz vor allem beim Bau von Plattformen helfen.

Die Unternehmen waren bereits vorher partnerschaftlich verknüpft, darauf wurde nun aufgebaut. Im Jahr 2016 hatte die Mobiliar 50 Prozent an Scout24 Schweiz erworben. Unter diesem Namen sind mehrere Online-Marktplätze zusammengefasst, etwa Auto- oder Immoscout24.

Die Mobiliar investiert nun in die Ringier AG und erhält ein Viertel der Aktien. Das Medienhaus unterhält mehr als 120 Zeitungen und Magazine, rund 70 Portale, über 40 mobile Applikationen und ein eigenes Druckgeschäft. Zu den bekanntesten Blättern gehören unter anderem Handelszeitung und Blick.

Der größte Teil der Mittel fließt in die weitere Entwicklung der Ringier AG und die Beteiligung soll in der ersten Hälfte 2020 abgeschlossen werden, erklärt der Versicherer, der genossenschaftlich verankert ist. Beide Häuser werden „völlig eigenständige“ Unternehmen bleiben. Über die Höhe des Investments und die Bewertung der Anteile wurde Stillschweigen vereinbart.

Plattform als Ziel

Markus Hongler, Chef der Mobiliar, erklärt den Gedanken hinter dem Kauf: „Ringier hat eine Reihe von Fähigkeiten und Stärken, die uns interessieren: die Plattformökonomie sowie die zielgruppengenaue, digitale Marktbearbeitung mit verschiedenen Instrumenten.“ Hongler und Mobiliar-Verwaltungsratspräsident Urs Berger werden in den Ringier-Verwaltungsrat rücken.

Der Versicherer ist davon überzeugt, dass Ringier ein optimaler Partner ist, um die digitale Transformation voranzutreiben. Auch der Verlag ist von der Partnerschaft überzeugt.

„Das langfristige Commitment der Mobiliar beeindruckt uns und das passt zu Ringier. Die Mobiliar unterstützt die Strategie von Ringier, international konsequent in digitale Marktplätze, unabhängigen Journalismus und Spitzen-Technologien zu investieren. Ringier hat sich in den vergangenen Jahren zu einem digital führenden Medienunternehmen in Europa entwickelt. Diesen Weg werden wir weitergehen. Die journalistischen Marken bleiben unabhängig“, erklärt Marc Walder, CEO bei Ringier.

Sowohl das Group Executive Board der Ringier AG als auch die Geschäftsleitung der Mobiliar bleiben unverändert bestehen.

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