Generali: Kunst als Smart-Insurance-Treiber
 VWheute Sprint 

Quelle: Marc Sommer

Zur Vorstellung von „Arte Generali“, eines zunächst auf privat Kunstsammelnde ausgerichteten Angebots mit globaler Perspektive, lud der namengebende Versicherer am gestrigen Abend nach München. In der Pinakothek der Moderne konnten Fotografenlegende Oliviero Toscani und Konzeptkunst-Star Maurizio Cattelan die gemeinsam entwickelten und inszenierten Motive der Launch-Kampagne dezent und dennoch gewitzt präsentieren.

Eigentlicher Grund für die Wahl einer Event-Location in der bayerischen Landeshauptstadt: Das internationale Headquarter der Sparte hat man, auch im Hinblick auf die hohe Konzentration potentieller Klientel in der Mitte Europas, dort angesiedelt. Koordinativ untersteht sie Giovanni Liverani, dem CEO von Generali Deutschland – während Jean Gazançon das operative Underwriting verantwortet. Beide informierten direkt vor Ort.

Philippe Donnet, CEO der hier für überlaufende Regulierungsfälle bilanziell als Ganzes eintretenden Generali Group, sieht den neuen Geschäftsbereich als bedeutendes Element der umfassenderen Strategie „Generali 2021“. Diese zielt auf eine extensive Nutzung smarter Technologien, soll eine über das derzeit vorstellbare Maß hinausreichende Personalisierung von Versicherungsprodukten etablieren und Individuen dazu ermutigen, lebenslange Beziehungen zur Unternehmensgruppe zu unterhalten.

Trotz des im Verhältnis zum Insurance-Gesamtmarkt überschaubaren Prämienvolumens eignet sich das Kunstversicherungs-Segment besonders für den Einsatz innovativer Instrumente und Metriken, zu denen sich die Branche bislang nur zaghaft bekennt. Jenseits von inzwischen Selbstverständlichem wie App-basierter, mobiler Kommunikation mit Dienstleistern ist der Kundenkreis konsequenter bereit, gängige Grenzziehungen des Versicherungsgeschäfts zu hinterfragen. Was Räume für intelligentere Lösungen eröffnet.

Über die Versicherung von Kunstwerken wie Gemälden, Plastiken, Juwelen und abstrakteren, aber deskriptiv sowie materiell fixierbaren Werk-Arrangements hinaus sind abwicklungsrechtliche Risiken im Zuge des Erwerbs oder der Veräußerung erfassbar. Neben die althergebrachte Assistenz beim Transport und bei groben Schutzmaßnahmen treten „sophisticated“ Services für die Lagerung, Erschaffung digitaler Abbilder und Fern-Bewertung. Wobei sich eigene wissenschaftliche Kapazitäten schnell durch die Einbindung externer Expertise ergänzen lassen.

Zudem gibt es fließende Übergänge zu anderen Versicherungsthemen, beispielsweise im Kontext der Bewahrung außergewöhnlicher Immobilien, die oft entspannt gebündelt werden können. Und damit Komplexitäten reduzieren, die etwa beim Aufeinandertreffen unterschiedlicher nationaler Jurisdiktionen entstehen. 

Mutig will Arte Generali innerhalb der nächsten fünf Jahre zu einem der drei größten Player des globalen Kunstversicherungsmarktes aufsteigen. Zwischen 2017 und 2022 wird eine Zunahme des bezifferbaren globalen Kunstwerts um mehr als 20 Prozent erwartet, unternehmensübergreifend dürften die weltweiten Prämieneinnahmen des Bereichs im selben Zeitraum um im Durchschnitt jährlich sechs Prozent wachsen – auf dann gut 2,3 Mrd. US-Dollar. 

Werbevideo der Generali. Quelle: Generali / Youtube

Autor: Marc Sommer

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