Munich Re knackt fast die Milliardengrenze dank wenig Unwetter

Wenig Unwetter, viel Gewinn bei Munich Re Quelle: Bild von O12 auf Pixabay

Geringere Belastungen aus Großschäden und die Auflösung von Reserven für Basisschäden vergangener Jahre haben den Münchenern ein unerwartet gutes zweites Quartal beschert. Für den Zeitraum von April bis Juni 2019 konnte der weltgrößte Rückversicherer ein Nettoergebnis von 993 Millionen Euro verbuchen.

Das Ergebnis markiert den höchsten Quartalsgewinn der vergangenen vier Jahre, wie Vorstandschef Joachim Wenning auf der Halbjahres-Bilanzpressekonferenz in München nicht ohne Stolz kommentierte. „Wie Sie wissen befinden wir uns in der Mitte eines Drei-Jahres-Rennens, um es sportlich auszudrücken, drei Jahre zwischen 2018 und 2020, und wir haben uns in diesem Zeitraum vorgenommen, das Konzernergebnis sukzessive auf 2,3 Mrd. Euro letztes Jahr, dieses Jahr auf 2,5 Mrd. und dann im nächsten Jahr auf 2,8 Mrd. Euro zu steigern.“

Das Unternehmen sei dabei „voll auf Kurs“, die Geschäfte laufen nicht nur gut, sondern entwickeln sich geradezu „erfreulich dynamisch und wachsen profitabel“, erklärt der Chef der Münchener.

Verantwortlich für das aus dem Munde eines Munich Re-CEOs geradezu euphorische Resümee war einerseits der Umstand, dass das Unternehmen für aktuelle Großschäden lediglich 202 Mio. Euro aufbringen musste. Andererseits konnten bei der Regulierung größerer Schäden aus den Vorjahren Reserven geschont und daraus 360 Mio. Euro gewonnen werden.

Immune Munich Re?

Mit Blick auf die in den USA erst langsam beginnende Hurrikan-Saison sagte Finanzvorstand Christoph Jurecka, dass diese nach Erwartung von Klimaexperten „normal“ ausfallen werde. Auch etwaige Turbulenzen an den Finanzmärkten sieht der Vorstand gelassen entgegen, denn man habe bei den Kapitalanlagen „signifikant“ stille Reserven aufgebaut und sich so gegen Schwankungen und Abstürze defacto „immunisiert“.

Um 5,5 Prozent auf nunmehr 11,8 Mrd. Euro stiegen im zweiten Quartal die Bruttobeiträge, dank einer Markterholung pünktlich zur Erneuerungsrunde am 1. Juli. Dabei konnte die Munich Re Verträge über 3,5 Mrd. Euro zeichnen, was ein Plus im Vergleich zum Vorjahr von 8,9 Mrd. Euro bedeutet. Mehr Wind unter den Flügeln registriert auch die von Markus Rieß auf Sanierungskurs gebrachte Erstversicherungstochter Ergo.

Aus diesem Bereich melden die Münchener in Q2 einen Gewinn von 135 Mio. Euro, im Vorjahr waren es 108 Millionen. Wird das bisherige Gesamtergebnis von Januar bis Juni 2019 angeschaut, konnte die Ergo sogar 220 Mio. realisieren, 35 Millionen mehr als im Vorjahr. Trotz des Unwetterereignisses „Jörn“ war die Großschadenbelastung auch hier geringer als erwartet, wie die Munich Re kommuniziert. Die gesamten Beitragseinnahmen über alle Sparten hinweg stiegen dabei im zweiten Quartal um 6,9 Prozent auf gut 4,8 Mrd. Euro. Die gebuchten Bruttobeiträge fielen jedoch leicht um 0,9 Prozent auf heute 4,2 Mrd. Euro.

Am prognostizierten Gewinnziel von 2,5 Mrd. Euro für das Gesamtjahr 2019 hält der Vorstand um Joachim Wenning weiter fest.