Ascore: Private Krankenversicherung verzeichnet Rückgang bei Sicherheitswerten
Das Analysehaus Ascore sieht eine Ausweitung des rückläufigen Trends in den Sicherheitskennzahlen.Im Bild: Tablettenpackung, Bildquelle: Michal Jarmoluk/ Pixabay
Das Hamburger Analysehaus Ascore hat die Ergebnisse ihres Unternehmensscorings der privaten Krankenversicherung für das Jahr 2026 vorgelegt. Von insgesamt 32 bewerteten Versicherern erhielten vier Anbieter die höchste Bewertungsklasse. Dazu zählen die Signal Iduna, R+V, Universa und die LVM. Während sich die Erfolgsparameter und Bestandszahlen im Geschäftsjahr 2025 positiv entwickelten, verzeichneten die finanziellen Sicherheitskennzahlen einen rückläufigen Trend.
Die negativen Entwicklungen im Teilbereich „Sicherheit“ haben sich im Geschäftsjahr 2025 verschärft, berichtet Ascore. Die Bewertungsreserven der PKV-Anbieter fielen von minus 8,6 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf minus 15,5 Milliarden Euro im Jahr 2025. Dies entspricht einer Verschlechterung um rund 80 Prozent. Die Bewertungsreservequote fiel von minus 2,32 Prozent auf minus 4 Prozent. Die stillen Lasten erhöhten sich um rund 21,1 Prozent von 24,5 Milliarden auf 29,7 Milliarden Euro. Folglich reduzierte sich die Sicherheitsmittelquote von circa 2,5 Prozent im Vorjahr auf nahezu 0 Prozent im Jahr 2025.
Auch die Eigenkapitalquote sowie die Quote der Rückstellung für Beitragsrückerstattung, welche dem Quotienten der erfolgsabhängigen Beitragsrückerstattung mit den verdienten Bruttobeiträgen der Versicherer entspricht, sanken von jeweils 15,05 Prozent sowie 30,7 Prozent 2024 auf 14,03 Prozent und 27,72 Prozent 2025. Letztere bedingt durch die gestiegenen der verdienten Bruttobeiträge bei ca. gleichbleibender erfolgsabhängiger RfB, heißt es im Bericht.
Die Netto-SCR-Quote (bereinigt um Volatilitätsanpassungen und Übergangsmaßnahmen) schwächte sich von 382,98 Prozent auf 374,42 Prozent ab. Im Geschäftsjahr 2025 nutzten neun Versicherer Volatilitätsanpassungen, während wie in den Vorjahren nur ein Unternehmen Übergangsmaßnahmen in Anspruch nahm.
Im Segment „Erfolg“ zeigten sich im Vergleich zum Vorjahr leichte Verbesserungen. Die Abschlusskostenquote sank um 0,17 Prozentpunkte auf 7,06 Prozent, die Verwaltungskostenquote ging um 0,11 Prozentpunkte auf 2,12 Prozent zurück. Die Schadenquote verringerte sich leicht von 83,53 Prozent auf 83,16 Prozent.
Die versicherungsgeschäftliche Ergebnisquote kletterte laut Ascore um 0,65 Prozentpunkte von 7,01 Prozent auf 7,66 Prozent. Die Entnahmen zur Barausschüttung für die erfolgsabhängige RfB bleiben konstant, die erfolgsabhängigen Entnahmen für andere Verrechnungszwecke gingen dagegen von 3,5 Milliarden auf 2,8 Milliarden Euro deutlich zurück. Dies führte zu einer Erhöhung der Barausschüttungsquote um 4,44 Prozentpunkte.
Im Bereich der Kapitalanlagen erwirtschafteten die privaten Krankenversicherer Gesamterträge von rund 13,2 Milliarden Euro (Vorjahr: 11,7 Milliarden Euro). Die Aufwendungen für Kapitalanlagen stiegen zeitgleich von 1,9 Milliarden auf etwa 2,7 Milliarden Euro. Sowohl die Nettoverzinsung als auch die laufende Durchschnittsverzinsung verbesserten sich um 0,06 beziehungsweise 0,25 Prozentpunkte auf 2,77 Prozent und 3,04 Prozent.
Im Vergleich zum Geschäftsjahr 2024 stiegen die Bruttobeiträge der Branche um rund 8,3 Prozent von 50,06 Milliarden Euro auf 54,26 Milliarden Euro.
Die Gesamtzahl der versicherten Personen wuchs um 2,21 Prozent von 38,72 Millionen im Vorjahr auf etwa 39,58 Millionen, bilanziert Ascore. Das Teilsegment der Vollversicherten verzeichnete hingegen einen verhaltenen Anstieg um etwa 0,4 Prozent von 8,73 Millionen auf 8,77 Millionen Personen.
Von insgesamt 32 bewerteten Versicherern erhielten vier Anbieter die höchste Bewertungsklasse „herausragend“. Dazu zählen die Signal Iduna, R+V, Universa und die LVM. Mit „ausgezeichnet“ wurden 16 Versicherer bewertet, mit „sehr gut“ acht und die verbliebenen vier mit „gut“.
Autor: VW-Redaktion
