Sachbearbeiter unter Druck: Die analoge Schadenregulierung hat ausgedient

Gundula Vogel auf Pixabay

Welche Folgen hat die Corona-Krise auf die Schadenregulierung der Versicherer? „Die Regulierer stehen vor einem Umbruch. Der Wandel in den Versicherungen und der Erkenntnisgewinn auf Kundenseite, übt Druck auf die Branche aus. Wer nicht mitzieht, ist raus, könnte das Motto lauten“, konstatiert Nils Mahlow, CEO & Founder claimsforce GmbH, in einem Marktkommentar.

So seien die Regulierer „in Expert-Schäden das Bindeglied zwischen Kunde und Versicherung. Beide Parteien rüsten in Sachen Digitalisierung auf und öffnen sich. Sachverständige bzw. Regulierer müssen darauf mit geeigneten Lösungen antworten. Denn in der Digitalisierung der Regulierungsprozesse liegt ein ungeheures Potenzial. Durch KI-Unterstützung können Fahrtrouten effizienter geplant und schneller Termine vergeben werden.“

Außerdem erlaube „die Erfassung in einer einheitlichen Software eine direkte Erstellung des Schadenberichts während der Aufnahme und erspart so Nacharbeiten. Zudem können die kalkulierten Preise und Aufwände besser abgeglichen werden und beruhen auf validen Erfahrungsdaten. Geeignete Schnittstellen und funktionale Übergänge zwischen den Systemen der Regulierer und der Versicherer runden die Lösung ab.“

„Etwa 20 Prozent der Schäden entfallen auf Expert-Schäden, stehen aber zugleich für rund 70 bis 80 Prozent des Schadenvolumens. Deshalb ist eine effiziente Bearbeitung und vor allem die Zufriedenheit der Kunden für die Versicherer besonders wichtig. Erst nach Begutachtung und auf Basis eines Berichts, können die nächsten Schritte zur Behebung des Schadens, von den Versicherungen eingeleitet werden“, so Mahlow.

Daher würden die Regulierer in dem Prozess „also eine wichtige Funktion einnehmen. Und aus Kundensicht ist die Schadenregulierung der Prüfstein für die Zufriedenheit mit dem Versicherer. Die Digitalisierung in der Versicherungsbranche sei daher „nicht nur eine Übergangslösung, sondern von der Ausnahme zur Regel geworden. Ein Zurück zur rein analogen Form wird es in der Post-Corona-Zeit nicht geben. Denn niemand möchte auf einmal erlebte Vorteile verzichten. Bei dieser Entwicklung müssen auch Sachverständige, die Schäden vor Ort aufnehmen und erfassen, mitziehen.“

Autor: VW-Redaktion

Ein Kommentar

  • „Erst nach Begutachtung und auf Basis eines Berichts, können die nächsten Schritte zur Behebung des Schadens, von den Versicherungen eingeleitet werden“, so Mahlow.“ entspricht nicht den Vertragsbedingungen . Danach schuldet der Versicherer die notwendigen Reparaturkosten und die bestimmt nicht der Regulierer oder der Versicherer.
    Solange die Versicherer aus dem Regulierungsbericht ein Geheimnis mache, diesen also nicht an den VN weiterleiten, zeigt das System keine Vorteile.

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