Lungenkrankheit aus dem Reich der Mitte: Welche Schäden der Coronavirus bei Flugverkehr und Tourismus anrichtet

Quelle: Pixabay

Neun Todesfälle, 440 Infizierte:  Der Coronavirus, eine grippeähnliche Krankheit, breitet sich weiter aus. Inzwischen gibt es auch einen bestätigten Fall in den USA. Ansteckungen von Mensch zu Mensch sind nachgewiesen. Wirtschaftliche Schäden – vor allem für Luftverkehr und Tourismus – könnten ähnlich groß werden wie zur SARS-Pandemie 2002/2003.

„Da sind Konferenzen abgesagt worden, da sind große Sportveranstaltungen verschoben worden, einfach um das Risiko zu vermindern, dass Menschen in Kontakt miteinander treten. Die Einzelhandelsumsätze sind zurückgegangen, weil Menschen versucht haben zu vermeiden, mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen“, erinnert sich Eric Heymann, Luftverkehrsexperte der Deutsche Bank Research, an die Maßnahmen gegen die SARS-Pandemie.

SARS, kurz für Severe Acute Respiratory Syndrome (Schweres Akutes Atemwegssyndrom), war in der international gut angebundenen chinesischen Provinz Guandong ausgebrochen und forderte insgesamt fast 1.000 Tote. Im Zuge einer weltweiten Epidemie waren rund 8.100 Personen in 32 Ländern angesteckt, hauptsächlich in China und Hongkong, aber auch in Kanada, Taiwan, Singapur, Vietnam und in den USA.

Die Folgen vor allem im globalen Luftverkehr zu spüren. „Es waren also zwei Jahre in Folge, in denen der Luftverkehr nur wenig gewachsen ist im langfristigen Vergleich, und im Tourismus hat man sogar einen Rückgang der Touristenzahlen gesehen. Das ist extremst selten, das hatte man in der Vergangenheit nur in Ausnahme Jahren nach 9/11, oder im Jahr der globalen Finanzkrise 2009. Ansonsten wächst der Tourismus ständig“, sagte er im Deutschlandfunk.

Der internationale Luftverkehrsverband IATA bezifferte den wirtschaftlichen Schaden allein für seine Branche mit zehn Mrd. Dollar. Das Land China hat SARS etwa ein Prozent Wirtschaftswachstum gekostet.

Corona-Virus ist eine Sars-Variante

Seit Mitte 2004 sind weltweit keine SARS-Fälle mehr verzeichnet worden. Bis jetzt. Bei dem aktuell in China kursierenden neuen Erreger handelt es sich dem Berliner Virusforscher Christian Drosten zufolge um ein Sars-Virus das dem der Sars-Pandemie 2002/2003 ähnelt. „Es ist dieselbe Virusart, nur in einer anderen Variante“, sagte der Direktor des Instituts für Virologie an der Charité in Berlin. In der zentralchinesischen Elf-Millionen-Einwohner-Metropole Wuhan war die Krankheit Ende Dezember zum ersten Mal auf einem Fisch- und Geflügelmarkt aufgetreten. Inzwischen hat China die Metropole unter Quarantäne gestellt. Sämtliche Flug- und Zugverbindungen aus der zentralchinesischen Stadt wurden ab Donnerstagvormittag (Ortszeit) gekappt.

Starke Auswirkungen auf die Weltwirtschaft sehen Ökonomen noch nicht. „Es könnte kurzfristig lokal schon bestimmte Sektoren, ich nenne das mal Nachfrageschock für die Reiseindustrie, vielleicht doch größere Auswirkungen haben, nicht für die Weltwirtschaft, aber für China selbst“, sagte Rolf Langhammer, Ökonom am IfW, am Kieler Institut für Weltwirtschaft, dem Deutschlandfunk.

Autor: VW-Redaktion

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

vier × eins =