Fußball bleibt Verletzungs-Spitzenreiter, Ski-Unfälle am teuersten
(Bildquelle: shauking/Pixabay)
Freizeitsport in Deutschland boomt: Fast 30 Millionen Menschen sind allein in Vereinen aktiv. Doch das Verletzungsrisiko trainiert mit. Pünktlich zur Weltmeisterschaft zeigt eine Auswertung der Ergo, wo die größten Gefahren lauern. Während König Fußball unangefochten die Statistik anführt, sorgt der Klimawandel auf den Skipisten für immer schwerere und teurere Unfälle.
Ob im Lichte der vergangenen Winterspiele oder mit Blick auf die bevorstehende Fußball-Weltmeisterschaft – Leistungssport fasziniert. Die breite Masse bewegt sich jedoch abseits der großen Arenen. Dass Freizeitsport als gesundheitlicher Ausgleich zum stressigen Alltag dient, ist unbestritten. Kraft und Geschwindigkeit sind im Breitensport jedoch nicht immer kontrollierbar.
Für das Jahr 2025 registrierte die Ergo im Rahmen ihrer aktuellen Unfallstatistik insgesamt 6.487 Sportunfälle – ein Niveau, das nahezu exakt dem des Vorjahres entspricht. Das Verletzungsgeschehen konzentriert sich dabei massiv: Die zehn unfallträchtigsten Sportarten machen knapp 73 Prozent des gesamten Aufkommens aus. Seit nunmehr zehn Jahren teilen sich die drei gleichen Disziplinen die unrühmlichen Podestplätze.

- Platz 1: Fußball – Der unangefochtene Spitzenreiter: Mit 2.308 gemeldeten Unfällen (35,6 Prozent) bleibt Fußball der verletzungsträchtigste Sport in Deutschland. Zwar sank die Zahl der Vorfälle im Vergleich zum Vorjahr leicht um 4,8 Prozent, die Dominanz in der Statistik überrascht angesichts der enormen Mitgliederzahlen jedoch kaum. Schnelle Richtungswechsel und Zweikämpfe fordern ihren Tribut: Im Schnitt schlägt ein Fußballunfall mit 4.806 Euro an Versicherungsleistungen zu Buche.
- Platz 2: Skisport – Teure Folgen durch Kunstschnee: Der alpine Skisport belegt mit 1.001 Unfällen (15,4 Prozent) den zweiten Rang – verzeichnet jedoch einen deutlichen Zuwachs von 7,8 Prozent zum Vorjahr. Die Ergo-Analysten führen dies auch auf veränderte Umweltbedingungen zurück: Der zunehmende Mangel an Naturschnee und der daraus resultierende Einsatz von Kunstschnee machen die Pisten härter und schneller. Zudem verengen sich die befahrbaren Korridore, was das Risiko für Kollisionen und schwere Stürze massiv erhöht. Die Folge: Skiunfälle verursachen mit durchschnittlich 7.224 Euro die höchsten Kosten im gesamten Top-10-Vergleich.
- Platz 3: Fahrradfahren – Rückgang trotz E-Bike-Boom: Fahrradunfälle schlagen mit 579 Meldungen (8,9 Prozent) zu Buche. Bemerkenswert ist hier der deutliche Rückgang der Unfallzahlen um 15,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr – und das in Zeiten eines anhaltenden Booms bei E-Bikes und Pedelecs. Ob verbesserte Sicherheitstechnologien oder verändertes Fahrverhalten zu diesem positiven Trend beigetragen haben, bleibt abzuwarten. Ein durchschnittlicher Radunfall kostet die Versicherung 6.136 Euro.

Der Zehnjahresvergleich (2016 bis 2025) unterstreicht die Konstanz des Unfallgeschehens: Fußball (32,6 Prozent), Skisport (15 Prozent) und Radfahren (11,2 Prozent) bilden das historische Kern-Trio der Statistik. Verschiebungen vollziehen sich nur äußerst langsam. Während die Leichtathletik (Zehnjahresschnitt: 1,4 Prozent) mittlerweile komplett aus den Top 10 herausgefallen ist, drängen neue Trendsportarten wie Padel-Tennis trotz eines nachweisbar erhöhten Verletzungsrisikos statistisch erst sehr verzögert in den Vordergrund der Versicherungsmeldungen.
Autor: VW-Redaktion
