Sinkende Umsatzerlöse bei MLP im dritten Quartal
Es läuft in Wiesloch beim 1971 gegründeten Finanzvertrieb MLP. Quelle: MLP
Kürzlich schraubte MLP die Gewinnprognose für das Gesamtjahr herunter. Bei der mittelfristigen Planung für 2028 indes erhöht der Finanzdienstleister die Prognose. Man werde von „begrenzten Risiken und umfangreichen IT-Investitionen einschließlich künstlicher Intelligenz profitieren“, lautet die Begründung vom Vorstandsvorsitzenden Dr. Uwe Schroeder-Wildberg. Doch aktuell kämpft das Unternehmen mit sinkenden Umsatzerlösen, wie die Q3-Zahlen offenbaren.
Der Finanzvertrieb MLP geht davon aus, in diesem Jahr im Mittel gut zehn Prozent weniger zu verdienen als zuletzt angenommen. Während noch im August ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) zwischen 100 und 110 Mio. Euro erwartet wurde, kappte das Unternehmen vor einigen Tagen seine Prognose auf 90 bis 100 Mio. Euro, VWheute berichtete.
Bei den anderen zentralen Bestandskennzahlen gibt es indes neue Höchststände, wie die Q3-Zahlen offenbaren:

Die Gruppe hat in den ersten neun Monaten die Gesamterlöse auf den neuen Höchststand von 773 Mio. Euro gesteigert. Das stärkste Erlöswachstum erzielte der Leistungsbereich Absicherung (+7 %), gefolgt vom Leistungsbereich Vorsorge (+4 %), während der Leistungsbereich Vermögen kapitalmarkt- und zinsbedingt unter dem Vorjahreswert verblieb (-2 %).
Das EBIT nur für das 3. Quartal stieg von 17,8 auf 18,3 Mio. Euro. Das EBIT für die ersten neun Monate beläuft sich auf 61,1 Mio. Euro und liegt damit unter dem Vorjahreswert von 66,4 Mio. Euro. Bei der Mittelfristplanung für 2028 geht der Konzern von einem EBIT von 140 bis 155 Mio. Euro aus, nach zuvor 140 bis 150 Mio. Euro, bei unveränderten Gesamterlösen von 1,3 bis 1,4 Mrd. Euro. Begründung: „Die Erhöhung resultierte aus der beabsichtigten Fokussierung des Immobiliengeschäfts, welches damit zugleich risikoärmer werden soll, sowie der ansonsten dynamisch wachsenden Geschäfte in der gesamten MLP-Gruppe.“
Der Gesamtumsatz nach neun Monaten stagniert, da im 3. Quartal die Umsatzerlöse von 245 Mio. Euro auf 237 Mio. Euro sanken. Das stärkste Erlöswachstum nach 9 Monaten erzielte die Gruppe im Leistungsbereich Absicherung (+7 %) auf 177 Mio. Euro (9M 2024: 165 Mio. Euro). Man baute das verwaltete Prämienvolumen in der Sachversicherung aus, lautet die Begründung. Zuwächse gab es zudem im Leistungsbereich Vorsorge (+4 %) auf 199 Mio. Euro (9M 2024: 192 Mio. Euro). Verantwortlich dafür seien ein anhaltend starkes Krankenversicherungsgeschäft wie auch ein weiterhin über dem Vorjahr liegendes Altersvorsorgegeschäft. Der Leistungsbereich Vermögen verbuchte einen Erlösrückgang (-2 %) auf 372 Mio. Euro (9M 2024: 381 Mio. Euro). Ursächlich dafür seien weiterhin deutlich niedrigere erfolgsabhängige Vergütungen.
Weitere Kennzahlen:
- Das betreute Vermögen erreichte 64,2 Mrd. Euro (31. Dezember 2024: 63,1 Mrd. Euro), das verwaltete Prämienvolumen in der Sachversicherung stieg auf 794 Mio. Euro (31. Dezember 2024: 751 Mio. Euro).
- Zum 30. September 2025 betreute die MLP-Gruppe 597.400 Familienkunden (31. Dezember 2024: 590.700). Die Zahl der neu gewonnenen Familienkunden betrug 15.500 (9M 2024: 14.100). Die Zahl der Firmen- und institutionellen Kunden lag zum 30. September 2025 bei 27.800 (31. Dezember 2024: 28.000).
- Die Beraterzahl belief sich zum 30. September 2025 auf 2.121 (31. Dezember 2024: 2.110).
Autor: VW-Redaktion
