Schweizer Markt: Sachgeschäft steigt, Lebensversicherer straucheln

Die CSS muss mehrere Millionen Franken an Prämien erstatten. Quelle: Bild von Susanne Stöckli auf Pixabay

Die Versicherungskonzerne der Eidgenossenschaft blicken auf ein durchwachsenes Geschäftsjahr 2021 zurück. Während die Prämieneinnahmen im Nichtlebengeschäft gegenüber dem Vorjahr um 2,7 Prozent auf 29,9 Mrd. Franken stiegen, gingen die Prämien im Lebengeschäft um 7,0 Prozent auf 22,9 Mrd. Franken zurück. Die Rückversicherer zeigten sich indes stabil.

Dabei habe sich nach Angaben des Schweizer Versicherungsverbandes vor allem der Großraum Zürich hervorgetan, der sich nach Angaben von SVV-Direktor Urs Arbter „im globalen Wettbewerb zum weltweit drittgrößten Standort für das Rückversicherungsgeschäft“ entwickelt hat. Wegen der Komplexität des Rückversicherungsgeschäfts sei allerdings noch keine qualitative Einschätzung zur Entwicklung des Prämienvolumens im abgelaufenen Geschäftsjahr möglich. 

Zudem haben die Schweizer Versicherer nach Angaben des SVV auch von einem gestiegenen Risikobewusstsein der Bevölkerung profitiert. Dabei haben die Schweizer Privatversicherer im letzten Jahr während der Pandemie pro Tag im Durchschnitt nicht nur 140 Mio. Franken für Schadenfälle und Renten ausbezahlt. „Das Risikobewusstsein der Bevölkerung hat in der Pandemie zugenommen. Das ist mit ein Grund, weshalb die Versicherungswirtschaft auch für das Geschäftsjahr 2021 auf eine erfreuliche Prämienentwicklung zurückblicken kann“, sagte Rolf Dörig, Präsident des Schweizerischen Versicherungsverbandes auf der Jahresmedienkonferenz in Zürich.

Darüber hinaus gab der Verband noch eine Personalie bekannt: Urs Arbter trat zum 1. Januar 2022 die Nachfolge von Thomas Helbling als Direktor des SVV an. Als stellvertretender Direktor hat Urs Arbter während der vergangenen vier Jahre das Ressort Versicherungspolitik und Regulierung geleitet. Nach einer kaufmännischen Banklehre erwarb er das Lizentiat in Betriebswirtschaft an der Universität St. Gallen und ist Absolvent des Stanford Executive Program. Seit 1998 ist Urs Arbter für die Versicherungswirtschaft in unterschiedlichen Funktionen tätig. Der bisherige Direktor Thomas Helbling konzentriert sich künftig in seinem angestammten Beruf als Rechtsanwalt auf die Führung von Wirtschaftsverbänden und die Ausübung von Verwaltungsratsmandaten.

Gleichzeitig zum Wechsel von Urs Arbter in das Amt des Direktors passt der SVV seine Organisationsstruktur leicht an. Das neue Ressort Rahmenbedingungen nimmt sich übergreifenden Fragestellungen der Aufsicht und Regulierung sowie der Bildungs- und Arbeitgeberpolitik an. Die Ressortleitung übernimmt Sandra Kurmann (39), die auch in der Geschäftsleitung Einsitz nimmt. Nachdem sie im SVV zuerst als Fachverantwortliche Aktuariat und Risikomanagement tätig gewesen ist, leitet sie seit 2020 den Bereich Finanz und Regulierung. Sandra Kurmann verfügt als Aktuarin SAV über ein PhD in Actuarial Science der HEC Lausanne und war vor ihrer Tätigkeit für den SVV als Consulting Actuary bei Milliman Switzerland tätig. 

Autor: VW-Redaktion

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