Lebensversicherung in Gefahr? Inflation frisst Rendite

Die Inflation kostet die Sparer Geld. Quelle: Foto-Rabe bei Pixabay.

Die Inflation wird neben den Minuszinsen zum Problem für die Lebensversicherung. Die Geldentwertung wäre zusätzlich zur Null-Zins-Strategie der EZB ungünstig“, erklärt ein Experte von Partner in Life S.A. (PiL). Dass die Zahlen eine eindeutige Sprache sprechen, sagt auch das Deutsche Institut für Vermögensbildung und Alterssicherung (DIVA).

Die Inflationsrate lag im November in Deutschland dem Statistischen Bundesamt zufolge bei 5,2 Prozent und ist damit so stark gestiegen, wie seit 30 Jahren nicht. Bleibt die Inflationsrate längerfristig hoch, wird sie der Entwicklung der bestehenden kapitalbildenden Lebensversicherungen zusätzlich schaden, analysiert Partner in Life S.A. (PiL), Analysehaus und Policenkäufer am deutschen Zweitmarkt. Das Unternehmen hat die Auswirkungen an einem Beispiel aus dem eigenen Portfolio mit einer Garantieverzinsung von 3,25 Prozent berechnet: Bei einer jährlichen Inflationsrate von statisch 4,5 Prozent pro Jahr, die gegenläufig zum Garantiezins wirkt, würde sich für die Restlaufzeit von zehn Jahren ein Kaufkraftverlust auf die garantierte Ablaufleistung von rund 30 Prozent ergeben. „Diese Entwicklung wäre zusätzlich zur Null-Zins-Strategie der EZB ungünstig“, sagt Dean Goff, Vorstand der PiL. Deshalb sei es wichtig, die Leistungsfähigkeit der eigenen Police einschätzen zu können und weder übereilt noch panisch zu reagieren.

Für Panik sei es aber zu früh.  „Ja, die Lebensversicherung hat in den Jahren der Niedrigzinspolitik gelitten und ja, auch die steigende Inflation macht ihr zu schaffen. Aber Altverträge leisten in der Regel eine bessere Wertentwicklung und kompensieren damit die Inflation besser, als vergleichbar sichere aktuelle Angebote am Markt“, erklärt Goff

Menschen sind besorgt

Die Inflation ist auch in den Köpfen der Menschen zurück. Das zeigt eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Vermögensbildung und Alterssicherung (DIVA) in Marburg. Lag die Inflationsrate im Januar noch bei 1,0 Prozent, ist sie im November auf über 5 Prozent geschnellt. DIVA-Direktor Michael Heuser: „Die Fachleute mögen noch streiten, wie hartnäckig die Preissteigerungen werden könnten. Aber die Menschen in Deutschland machen sich Sorgen.“ Nullzinspolitik und Inflation fressen laut Hauser die Rendite. Für längerfristige Sparvorhaben bis hin zu ihrer Altersvorsorge suchen die Menschen deshalb immer häufiger „alternative Anlageformen mit akzeptablen Renditen“. Sicher sind sich die Menschen aber bei der Wahl nicht.

So wollen sich die Bürger vor der Inflation schützen. Quelle: DIVA.

Autor: VW-Redaktion

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

3 × 5 =