Liberty Specialty Markets lanciert Terrorversicherung auf deutschem Markt

Das Pentagon in Washington nach den Anschlägen vom 11. September 2001. Quelle: Bild von WikiImages auf Pixabay

Der Spezialversicherer Liberty Specialty Markets (LSM), ein Tochterunternehmen der Liberty Mutual Insurance Group, bietet ab sofort in Deutschland eine neue Terrorismus-Versicherungsdeckung an. Zusätzlich bietet die LSM optional eine Reihe von sachschadenunabhängigen Betriebsunterbrechungsschäden (Verlust der Anziehungskraft, Zugangsbeschränkungen) und Schäden durch Streiks, Aufruhr und Innere Unruhen (SRCC).

Unternehmensangaben zufolge sind physische Verluste oder Schäden versichert, die direkt durch Streikende, ausgesperrte Mitarbeiter und verschiedene Arten von Aufständen verursacht werden. Das Angebot zielt auf alle Kundensegmente vom KMU bis zu multinationalen Unternehmen.

„Es ist uns gelungen ein Portfolio mit mittelgroßen Kunden in der Terrorversicherung in Deutschland aufzubauen. Das Angebot ist mit den in Deutschland üblichen Deckungskonzepten unserer Mitbewerber und auch der Staatsgarantie inhaltlich vergleichbar, bietet aber die geschilderten Mehrwerte. Außerdem ist Transparenz in den Deckungsinhalten für unsere Kunden eine Priorität für LSM, die wir mit den neuen Bedingungen sicherstellen können.“

Corinna Walter, Terrorismus-Underwriter bei Liberty Specialty Markets

In Deutschland gibt es mit Extremus derzeit einen Spezialversicherer, er sich die Absicherung von Terrorrisiken konzentriert. Der Anbieter wurde bereits 2002 als Reaktion auf die Terroranschläge vom 11. September 2001 in den USA mit einer Jahreskapazität von 2,5 Mrd. Euro gegründet. Mithilfe der Bundesregierung kann diese Summe auf zehn Mrd. Euro aufgestockt werden.

Das größte Gefahrenpotenzial sind Anschläge auf Personen bei Großveranstaltungen, auf Infrastruktur, Bauwerke und große Industrieunternehmen. Extremus versichert beispielsweise Fußballstadien, Einkaufszentren, Verkehrsbetriebe, Bauwerke, die eine besondere Bedeutung haben wie große Kirchen, Bürotürme, Flughäfen oder Bahnhöfe. Das Portfolio der Versicherungsgesellschaften wird stetig erweitert.

2017 kam mit der „Bedrohungsversicherung“ ein weiterer Baustein hinzu. Die übernimmt die Kosten, wenn eine Behörde beispielsweise ein Kaufhaus schließt, weil vermutet wird, dass dort ein Terroranschlag verübt werden soll.

Quelle: Statista

Laut jüngstem Global Terrorism Index 2020 sind allein 2019 insgesamt 13.826 Menschen bei Terroranschlägen ums Leben gekommen – davon mehr als die Hälfte in Afghanistan (5.725), Nigeria (1.245) und Burkina Faso (593). Immerhin ist die Zahl der Todesopfer damit schon das fünfte Jahr in Folge rückläufig.

Zum Vergleich: 2014 starben weltweit 33.438 Menschen durch Terroristen. Seit 2002 waren es insgesamt rund 236.000 – davon über 170.000 im Nahen Osten, Nordafrika und Südasien. Klar zugenommen haben übrigens rechtsextremistische Angriffe. In Nordamerika, Westeuropa und Ozeanien hat die Zahl dieser Taten seit 2014 um 250 Prozent zugelegt.

Autor: VW-Redaktion

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