Betrug in Millionenhöhe durch Krebsmedikamente?

Quelle: Bild von Arek Socha auf Pixabay

Das Hamburger Pharmaunternehmen ZytoService steht derzeit im Fokus der Ermittlungsbehörden. Recherchen von Zeit Online und dem ARD-Magazin Panorama zufolge soll die Firma mehrere Ärzte bestochen und durch ein offenbar illegales Geschäftsmodell an lukrative Rezepte von Onkologen gelangt sein. Der potenzielle Schaden könnte „deutlich in Millionenhöhe“ liegen.

Laut Medienberichten sollen demnach mehrere Ärzte seit Januar 2017 neben sogenannten „Kickback“-Zahlungen in Höhe von mehr als 500.000 Euro auch „rückzahlungsfreie Darlehen, Nutzung luxuriöser Fahrzeuge oder anderweitige geldwerte Zuwendungen“ wie Praxiseinrichtungen erhalten haben.

Dafür soll das Pharmaunternehmen im Gegenzug die lukrativen Rezepte für die Infusionen erhalten haben. Die Kosten dafür habe ZytoService wohl zu Unrecht bei den Kassen abgerechnet haben. Dabei soll allein der Techniker Krankenkasse (TK) ein Schaden von rund 8,6 Mio. Euro entstanden sein.

Am Dienstagmorgen hatten 420 Polizisten und sechs Staatsanwälte die Hamburger Firma ZytoService sowie 47 Objekte im Umfeld des Unternehmens durchsucht. Dazu gehören Privathäuser, Arztpraxen, Apotheken, ein Krankenhaus und mehrere Firmensitze in Hamburg. Die Staatsanwaltschaft wirft den Hauptbeschuldigten „Bestechlichkeit und Bestechung im Gesundheitswesen und Betrug“ vor.

Allerdings gebe es keine Hinweise darauf, „dass durch die Straftaten Patienten gefährdet wurden“, betonte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft gegenüber dem Tagesspiegel.

Autor: VW-Redaktion

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