Versicherer müssen sich als Arbeitgeber stärker profilieren

Quelle: Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Versicherer erfreuen sich als Arbeitgeber nicht gerade großer Beliebtheit – gilt die Branche doch allgemein hin als zu langweilig und zu unattraktiv. Dennoch scheint die Lage im „War for Talents“ für die Versicherer nicht völlig aussichtslos zu sein, wie eine aktuelle Branchenstudie des Kölner Forschungs- und Beratungsinstituts Organomics belegen will.

So wurden im Rahmen der Studie rund 4.000 Personen im Alter zwischen 16 und 45 Jahren wurden repräsentativ zu ihren Arbeitgeberfavoriten, zur Arbeitgeberattraktivität der Versicherungsbranche und zu ihren beruflichen Präferenzen und Erwartungen befragt. Differenziert wurden dabei fünf verschiedene Zielgruppen: Schüler, Studenten, Berufstätige mit Ausbildung oder Lehre, Akademiker mit weniger als fünf Jahren sowie mit mehr als fünf Jahren Berufserfahrung.

Immerhin: Zu den größten Stärken der Versicherungsbranche als Arbeitgeber sehen die Kandidaten zielgruppenübergreifend im dort gezahlten Gehalt (54 Prozent), in der Arbeitsplatzsicherheit (50 Prozent) und in der Work-Life-Balance (46 Prozent).

Zudem werde die Zukunftssicherheit als weitere Stärke wahrgenommen. Außerdem erwartet die große Mehrheit der Kandidaten erwartet neben diesen wichtigen funktionalen Vorzügen von ihrem künftigen Arbeitgeber auch ein besonderes Maß an „emotionaler Stärke“ – allen voran Ehrlichkeit und Wertschätzung in den persönlichen Beziehungen.

Allianz hat die Nase vorn

Demnach sehen die Studienautoren keinen Zusammenhang zwischen Bekanntheitsgrad und Beliebtheit der Versicherungsunternehmen.Branchenintern ganz vorn auf der Bekanntheitsskala als Arbeitgeber liegt demnach die Allianz (71 Prozent ), gefolgt von Ergo (63 Prozent ), Huk-Coburg (62 Prozent) und Axa (61 Prozent).

Quelle: Organomics

Die öffentlichen Versicherer (48 Prozent) schneidet bundesweit vergleichsweise weniger stark ab; erreicht im eigenen Geschäftsgebiet teils aber ebenfalls sehr hohe Bekanntheitswerte (Beispiel: Versicherungskammer Bayern: 61 Prozent). Schlusslichter unter den großen Versicherungsunternehmen sind derzeit LVM (27 Prozent) und Münchner Rück (26 Prozent). Branchenübergreifend sind BMW (76 Prozent), AOK (74 Prozent) und Deutsche Bank (73 Prozent) die aktuellen Top drei der bekanntesten Arbeitgeber in Deutschland.

„Zukunftsaufgabe für die Versicherungsbranche ist eine deutlich stärkere inhaltliche Profilierung als Arbeitgeber und der Aufbau einer eigenständigen Arbeitgebermarke.“

Thomas Bittner, Geschäftsführer der Organomics GmbH aus Köln

Und dennoch: Bekanntheit allein garantiert keine hohe Attraktivität als Arbeitgeber; ebenso wenig wie ein nur allgemein gutes Unternehmensimage, heißt es weiter. Selbst den bekannten großen Versicherern gelinge es in den relevanten Zielgruppen bisher zu selten, zu einem „Employer of Choice“ zu werden. Im rein brancheninternen Vergleich werden derzeit die Allianz (50 Prozent), Munich Re (35 Prozent), Huk-Coburg (34 Prozent) und die öffentlichen Versicherer (34 Prozent) von den möglichen Kandidaten als besonders attraktive Arbeitgeber wahrgenommen.

„Die Untersuchungsergebnisse zeigen unmissverständlich, mit welchen Inhalten die Versicherer bei potentiellen Talenten punkten können. Zugleich ist eine stärkere Differenzierung über verschiedene Zielgruppen, Formate und Medien erforderlich“, kommentiert Thomas Bittner, Geschäftsführer der Organomics GmbH aus Köln.

Autor: VW-Redaktion

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