„Im Vergleich zu den traditionellen Lebensversicherern sind unsere Ergebnisse minimal besser“

Christian Thinann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Athora Deutschland Holding. Quelle: Athora

Die kontroverse Debatte um einen Run-off ist in den vergangenen Monaten abgeflaut. Neue Nahrung gab es allerdings durch die medialen Spekulationen um einen Verkauf von Lebensversicherungsbeständen durch die Allianz und die Generali. Und dennoch: „In der öffentlichen Wahrnehmung hat sich unser Bild zum Positiven gewandelt. Und das liegt daran, dass wir Bestandsversicherer – das finde ich einen besseren Begriff als Plattformen – insgesamt gute Arbeit machen“, berichtet Athora-Deutschlandchef Christian Thimann.

„Ich glaube, viele Menschen hatten die Befürchtung, dass mit dem Verkauf eines Bestands an ein neues Unternehmen am Markt die regulatorischen Aufsichtsmechanismen wegfallen. Dass sie bei einem Wechsel zu uns aus einer streng überwachten Welt in eine neue gelangen, in der plötzlich nur noch Inves­toren eine Rolle spielen. Dieses ungute Gefühl hat sich aber nicht bestätigt: Wir arbeiten unter der derselben Aufsicht und den exakt gleichen Bedingungen wie reguläre Versicherungen und haben dieselben Berichtspflichten“, konstatiert der Versicherungsmanager gegenüber Procontra online.

Bei den Kapitalanlagen unterscheiden sich die Run-off-Plattformen indes kaum von den klassischen Lebensversicherern. „Im Vergleich zu den traditionellen Lebensversicherern sind unsere Ergebnisse minimal besser, etwa um einen halben Prozentpunkt. Auch wir können bei der aktuellen globalen Kapitalmarktlage keine großen Sprünge machen. Unsere Investments sind international und sehr breit gestreut. Außerdem investieren wir nicht in Aktien von börsennotierten Unternehmen, sondern überwiegend in Unternehmensanleihen, auch viel über Direktplatzierungen. Die Spezialität unserer Asset-Manager besteht insgesamt darin, leichte, aber dafür nachhaltige Renditesteigerungen zu erzielen“, so Thimann.

Weitere Folgen sieht der Athora-Deutschlandchef auch durch die Corona-Krise: „Corona bringt den Aktienmarkt komplett durcheinander. Zudem drücken die langfristig niedrigen Zinsen. Da wir statt auf Aktien ohnehin auf Anleihen und Kredite setzen, ist das für uns weniger problematisch. Auch an den Währungsmärkten passiert bislang nicht allzu viel. Im Moment müssen wir also vor allem das Kreditgeschäft verschärft beob­achten. Während die erste Welle der Krise weitgehend an uns vorbeigegangen ist, hat der Börsenabsturz andere Versicherer möglicherweise härter getroffen. Versicherungskrisen laufen in Zeitlupe ab, und die Corona-Krise tut ihr Übriges“.

Autor: VW-Redaktion

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