Corona: Jenssen (BDVM) fordert branchenweiten Solidaritätsfonds und lobt HDI

Hans-Georg Jenssen, Chef des Bundesverbandes Deutscher Versicherungs-Makler (BDVM). Quelle: BDVM

Es braucht eine gemeinsame Lösung der Versicherungsbranche bei der Corona-Schadenbewältigung. Das war die Kernbotschaft des gestrigen VWheute-Kommentars und offenbar sieht das Hans-Georg Jenssen genauso. Der Vorstandschef des Bundesverbandes Deutscher Versicherungs-Makler (BDVM) geht sogar noch einen Schritt weiter.

Jenssen fordert einen gemeinsamen Solidaritätsfonds der Branche in Höhe von 200 Millionen Euro, erklärt er gegenüber Procontra, in Frankreich gäbe es den bereits. Eine solche Lösung wäre auch hierzulande angebracht, „gerade für die Betroffenen Betriebsschließungsversicherung (BSV)“. Dabei könnte man laut dem Maklerchef die Auszahlungen regeln, beispielsweise, dass“ kleine Betriebe 75 Prozent der Ansprüche eines bestimmten Zeitraums erhalten und größere Betriebe nur 50 Prozent“. Die Auszahlungen könnten an Bedingungen geknüpft sein, beispielsweise, dass der Kunde auf eine klageweise Auseinandersetzung verzichtet oder das eine Höchstdeckung vereinbart wird. Die Organisation eines solchen Solidaritätsfonds werde kaum „an kartellrechtlichen Erwägungen“ scheitern, glaubt Jenssen.

Viele Unternehmen hätten Schäden wegen eines coronabedingten Betriebsstopp nur „rudimentär abgesichert“. Oft werde nicht der Umsatzverlust ersetzt, sondern“ nur laufende Betriebskosten“. In einer solchen Lage wird eine verzögerte oder verweigerte Schadenbearbeitung schnell zum essenziellen Problem für den Unternehmer.

Einige der Versicherer würden sich bei der Erstattung der Kundenansprüche nicht gerade hervortun, doch es gibt auch gute Beispiele. „Wie von unseren Mitgliedern zu hören ist, reagieren einige bislang kundenfreundlich, darunter der HDI.“ Er hofft, dass die Liste in den nächsten Wochen noch größer wird.

Autor: VW-Redaktion

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