Hackerangriff auf Büchner Barella

Hacker-Angriffe, auch staatlich orchestriert, sind ein steigendes Risiko. Bildquelle: Chetraruc/Pixabay

Der Industrieversicherungsmakler Büchner Barella ist einem Hackerangriff zum Opfer gefallen. „Aufgrund eines gezielten und kriminellen Cyber-Angriffs sind wir ausschließlich telefonisch erreichbar“, heißt es. Im News-Bereich seiner Internetseite gibt das Unternehmen den Vorfall bekannt. Nähere Details gibt es nicht. Der Makler untersucht derzeit das Ausmaß.

„Wir wurden Opfer eines gezielten und kriminellen Cyber-Angriffs“, schreibt Büchner Barella auf seiner Internetseite. Nach Angabe des Maklers hätten die Sicherheitssysteme den Vorfall erkannt, woraufhin notwendige Maßnahmen ergriffen worden sind. Alle betroffenen und angrenzenden Systeme seien heruntergefahren worden. „Dadurch konnten die Auswirkungen des Angriffs eingedämmt werden“, berichtet das Unternehmen.

Aktuell sind alle Außenverbindungen gekappt. Das Maklerhaus war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Artikels ausschließlich telefonisch unter den bekannten Rufnummern des jeweiligen Standorts oder über entsprechende Kundenberater erreichbar.

Wie schwer es den Makler getroffen hat und ob Daten abgeflossen sind, ist nicht bekannt. Man arbeite „mit Hochdruck und unter Mithilfe externer Experten für Cyber-Incidents und IT-Forensik an einer Lösung.“ Aktuell werde das Ausmaß des Angriffs untersucht.

Büchner Barella zählt 450 Mitarbeiter und kommt auf einen Umsatz zwischen 52 und 60 Mio. Euro und belegt Platz 13 der führenden deutschen Maklerhäuser. Die Geschäfte des Gießener Unternehmens führen Christina Holzinger, Benno Walter als Sprecher und Andreas Zelmer.

Dass Hackangriffe auf Unternehmen aus dem Versicherungsumfeld keine Seltenheit sind, zeigt der Fall Allianz. Vor wenigen Wochen wurde die US-Tochter des Münchener Konzerns angegriffen. Cyberkriminelle verschafften sich Zugriff auf ein cloudbasiertes Customer-Relationship-Management-System eines Drittanbieters, das der Versicherer nutzt. Der Angriff betrifft 1,1 Millionen Kunden.

Ein in Deutschland prominenter Vorfall ereignete sich 2021. Damals traf es die Haftpflichtkasse Darmstadt. Später gab der Versicherer an, dass er erst drei Tage nach dem Angriff in der Lage war, zu telefonieren. Ein Jahr soll es gedauert haben, die Arbeitsrückstände aus den ersten drei Wochen aufzuholen.

Autor: Michael Stanczyk