Bafin-Verbraucherschützer Bock kommentiert Anbietergerangel bei Altersvorsorgedepots: „Aggressives Marketing sehe ich kritisch“

Der Startschuss für die Reform der geförderten privaten Altersvorsorge fällt erst zum Jahreswechsel, doch zahlreiche Fondsanbieter, Neobroker und Lebensversicherer laufen sich bereits warm. Nicht alles, was die Anbieter so treiben, gefällt Christian Bock. „Es gibt am Markt verschiedene Lockangebote“, kritisiert der Verbraucherschutzbeauftragte der Finanzaufsicht Bafin. Sein Rat: sich gründlich informieren und „bei Bedarf unabhängig beraten lassen“.

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Axel Kleinlein: Provisionen im Altersvorsorgedepot höher als Abschlusskosten bei Riester

Beim staatlich geförderten Altersvorsorgedepot drohen deutlich höhere Vertriebskosten als beim Riester-Vorgänger. Eine Analyse der von der Allianz geplanten Vergütungssystematik durch den bekannten Versicherungsmathematiker Axel Kleinlein zeigt: Allein die Provisionen verschlingen künftig mehr als 1,5 Jahre Beitragszahlung statt bisher gut zehn Monatsbeiträgen (Riester) und senken die Rendite um bis zu 0,55 Prozentpunkte. Da die hohen Startprovisionen mangels direkter Verrechnung aus Kostenüberschüssen vorfinanziert werden müssen, trifft die Praxis auch Alt-Versicherte: Branchenweit schrumpfen die Kostenüberschüsse um schätzungsweise 4,5 Milliarden Euro – was jeden bestehenden Lebensversicherungs- oder Riester-Vertrag im Schnitt über 50 Euro Rendite kostet.

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Medienbericht: Staatliches Standarddepot gerät ins Wanken

Die Zweifel am staatlich organisierten Standarddepot mehren sich. Eigentlich sollte dieses zum 1. Januar 2027 gemeinsam mit dem von Banken, Neobrokern und Lebensversicherern vertriebenen Altersvorsorgedepot (AVD) an den Start gehen. Doch bei der Umsetzung des öffentlichen Standarddepots hakt es einem Medienbericht zufolge offenbar gewaltig. Der Grünen-Finanzexperte Stefan Schmidt sieht bereits „ein Desaster für alle Sparer“ heraufziehen. Der plötzliche Rücktritt von Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) dürfte das Reform-Tempo zusätzlich lähmen.

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